1. Adventsonntag

An jedem Adventsonntag, werden in den Familien nachmittags die Kerzen auf dem Adventkranz entzündet. Es wird dabei musiziert, gesungen, vorgelesen. Dazu gibt es den ersten Zelten (auch Kletzenbrot – traditionsgemäß wird dieses jedoch erst am Heiligen Abend angeschnitten) mit Butter und das erste Weihnachtsgebäck.
Adventkranzbinden hat in vielen Familien eine lange Tradition, im Wald werden passende „Taxen“ gesammelt und dann zu einem Kranz gebunden.

4. Dezember – Hl. Barbara

Zweige von Obstbäumen, werden nach einem alten Brauch am 4. Dezember, dem liturgischen Gedenktag der hl. Barbara geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt. Wenn die Zweige genau am Weihnachtsmorgen aufblühen bringen sie der Legende nach Glück.

5. Dezember – Tuiflgian

Tuiflgian –  am 5. Dezember, dem Vorabend von St. Nikolaus gehen die Tuifl, oft zusammen mit dem Hl. Nikolaus im Dorf von Tür zu Tür.
Die Gestalt des Krampus stammt ursprünglich – wie auch viele andere dämonische Gestalten des Alpenraumes – aus der vorchristlichen Zeit.
Das Krampus-, Tuifl- und Perchtenlaufen ist ein mystischer , heidnischer Brauch, der seine Wurzeln im frühen Mittelalter (14. Jahrhundert) findet.

Der Brauch des Tuiflgians, der mit dem Treiben der furchterregenden Gestalten auf dem Dorfplatz von Fulpmes seinen Höhepunkt findet, erhielt neues Leben durch Osttiroler Burschen, die im Stubai einen Arbeitsplatz fanden und aus ihrer Heimat die prächtigen geschnitzten Masken mitbrachten. Mittlerweile werden sie auch von heimischen Schnitzer hergestellt.
Der Miederer Verein der Stubaier Tuifl wurde 1996 zur Erhaltung des Brauchtums des Krampuslaufes gegründet – im Stubai hat jeder Ort seine eigenen Tuifl: die Fulpmer Tuifl – die Nuistifter Tuifl, Schönberger und Telfer Tuifl.
Die Stubaier Tuifl wollen keine wilde Show-Tuiflläufe veranstalten sondern bieten eine alte ursprünglich, wilde, furchteinflößende Variante vom Tuiflauf. Ein Tuifllaufen, wie es früher auch schon war.

1.12.2023, 17.00 h, TUIFLschaug’n mit den Stubaier Tuifl in Mieders
2.12.2023, 18.00 h, Tuifllauf in Neustift-Dorfplatz
3.12.2023, 17.00 h, Kindertuifllauf in Medraz
5.12.2023, 17.30 h, Tuifllauf Telfes
5. 12.2023, 19.00 h Tuifllauf am Kirchplatz in Fulpmes

6. Dezember – Hl. Nikolaus

Der Hl. Nikolaus war Bischof von Myra (liegt in der heutigen Türkei), er verteilte sein geerbtes Vermögen unter den Armen. Heute hat er in seinem Buch die  braven und die bösen Kinder aufgelistet, besucht die Häuser und bringt kleine Geschenke mit.
In seiner Begleitung der Knecht Ruprecht bzw. der Krampus und bei uns die Tuifl – die im Anschluss oft zur „Wilden Jagd“ durchs Dorf aufbrechen, zum Krampus-bzw. Tuifllauf.
05.12.2023 Nikolaus-Feier & Krampustreiben beim Pavillon in Telfes, Adventmarkt ab 14.30, Nikolauseinzug um 16.00, um 17.30 kommen die Telfer Tuifl
05.12.2023 Nikolauseinzung in Mieders beim Miederer Advent in Beckn’s Garten

Kekslbacken

Ursprünge des Keksebackens sind älter als das Weihnachtsfest… die Kelten waren die Ersten, die in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember die Wintersonnenwende feierten und dafür flache Fladen aus zermahlenen Getreidekörnern und Honig backten. Die Fladen sollten sie vor bösen Dämonen schützen und als Opfergabe Götter und Naturgewalten gnädig stimmen. In christlicher Zeit wurde diese Tradition übernommen, statt Opferbroten wurden nun „Weihnachtsbrote“ (Christstollen) gebacken. Plätzchen in Tierform erinnerten an die Tieropfer der altchristlichen Zeit. Die ersten Weihnachtsplätzchen, wie wir sie heute kennen, wurden vermutlich in mittelalterlichen Klöstern gebacken.

Weihnachtsstollen und Weihnachtszelten oder Kletzenbrot

Weihnachtszelten – wird am Vorabend des hl. Thomastages (22.12.) gebacken und nach alter Tradition erst am hl. Drei Königentag (heute jedoch meist schon am Stephanstag) angeschnitten – bis dahin sollte er 3 x geräuchert werden, Vorabend vom Weihnachtstag, Neujahr  und zu hl. Drei Könige. An diesen Abenden wird in jedem Tiroler Bauernhaus nach dem Avemarialäuten auch die Stube und Kammer, Stall und Tennen ausgeräuchert um böse Einflüsse fern zu halten.

Weihnachtskrippen

Krippeleschaugn – jedes Stubaier Dorf hat einen eigenen Krippenbauverein und präsentiert seine selbstgebauten Krippen in Vorweihnachtlichen Krippenausstellungen. In Kirchen und Privathäusern findet man oft Krippen von großem Wert. In einer Krippe wird die Weihnachtsgeschichte anschaulich nachgestaltet. Einzelne Figuren schon zu Beginn der Adventzeit, am 24.12. dann das Vollbild mit dem Jesuskind, und am 6.1. kommen die Heiligen drei Könige dazu und bleibt bis zum Ende der Weihnachtszeit stehen (02. Februar = Krippenschließung).

Am Weihnachtsabend versammeln sich die Familienmitglieder um die Weihnachtskrippe und gedenken der Geburt Christi. Es begann im 13. Jhd., lokal in Gottesdiensten bereits im 11. Jhd. Es gibt orientalische Krippen, Tiroler Krippen, die meisten Krippen sind selbst gemacht, und oftmals seit Jahrhunderten in Familienbesitz. Diesem aktiven alten Brauch wird im Stubai mit einem eigenen Krippenmuseum in Fulpmes Rechnung getragen.

24.12. + 31.12. + 05.01. – Rachn gian

– eine der ältesten Traditionen, Häuser räuchern = reinigen und neue Energie tanken.
Die Familie geht durchs Haus, die Kräuter, welche im Sommer gepflückt wurden, werden mit Weihrauchkörnern vermengt, auf einer Glutpfanne erhitzt und vom Familienoberhaupt herumgetragen, die Mutter trägt das Weihbrunnkrügel, die übrigen Hausbewohner folgen hinten nach.

Im Stubai tut sich so einiges

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