Die Tradition von Casper, Melchior und Baltasar: Die Heiligen Drei Könige im Stubaital, Tirol

Tradition
07.01.2023
Erstellt von Michael Gstrein - Quelle: stubai.at/blog

Im malerischen Stubaital, Tirol, lebt eine Tradition fort, die seit Jahrhunderten die Herzen der Menschen erwärmt und die Werte der Gemeinschaft ehrt. Es handelt sich um die Feier des Festes der Heiligen Drei Könige, bei der die Figuren der heiligen drei Könige im Mittelpunkt stehen. Diese Tradition ist ein lebendiger Beweis für die tiefe Verbindung der Stubaitaler mit ihren Wurzeln und ihrem kulturellen Erbe.

Die Heiligen Drei Könige im Stubaital

Das Fest der Heiligen Drei Könige, das am 6. Januar gefeiert wird, ist im Stubaital ein besonderer Anlass. Es erinnert an die Weisen aus dem Morgenland, die dem neugeborenen Jesus Geschenke brachten.

Wie heißen die heiligen drei Könige?

Die heiligen drei Könige heißen Casper, Melchior und Baltasar und sind dabei die Hauptfiguren, die bei dieser festlichen Gelegenheit verehrt werden.

Die festliche Prozession

Am Abend des 6. Januar, wenn die Dunkelheit über das Tal hereinbricht, versammeln sich die Menschen in den Dörfern des Stubaitals. Die festliche Prozession beginnt, angeführt von den Figuren von Casper, Melchior und Baltasar. Die Könige sind in prächtige Gewänder gekleidet und tragen symbolische Geschenke für das Christuskind.

Die Prozession zieht von Haus zu Haus und wird von den Bewohnern des Tals herzlich empfangen. Die Gastgeber bieten den Königen und ihren Begleitern Süßigkeiten und Getränke an, um die Tradition der Gastfreundschaft zu ehren. Die heiligen drei Könige sammeln im Stubaital auch Spenden in Form von Geld ein, um diese für das Hilfswerk der Katholischen Jungschar zur Realisierung von Hilfsprojekten für arme Kinder zu unterstützen.

Was haben die heiligen drei Könige ursprünglich mitgebracht?

Die Heiligen Drei Könige brachten dem neugeborenen Jesus im christlichen Glauben traditionell drei Geschenke. Diese Geschenke hatten eine symbolische Bedeutung:

Gold: Das Gold, das von Caspar dargebracht wurde, symbolisiert die königliche Würde und Herrschaft Jesu. Es unterstreicht die Überzeugung, dass Jesus der König der Könige ist.

Weihrauch: Melchior brachte Weihrauch als Geschenk mit, was auf die göttliche Natur Jesu hinweist. Weihrauch wurde im Glauben als Symbol für das Gebet und die Verehrung Gottes verwendet.

Myrrhe: Die Myrrhe, die von Baltasar geschenkt wurde, steht für die menschliche Natur Jesu und seine Opferbereitschaft. Myrrhe wurde auch in der Antike für die Einbalsamierung von Toten verwendet, was auf das kommende Leiden und den Tod Jesu hinweisen könnte.

Diese Geschenke der Heiligen Drei Könige symbolisieren sowohl die königliche, göttliche als auch die menschliche Natur von Jesus Christus und sind ein wichtiger Bestandteil der christlichen Tradition und des Festes der Heiligen Drei Könige.

Was schreiben die heiligen drei Könige an die Tür?

Die Tradition des Schreibens der Heiligen Drei Könige, auch als Sternsinger bekannt, beinhaltet das Schreiben eines Segens über die Haustür, um Gottes Segen für das Haus und seine Bewohner im neuen Jahr zu erbitten. Typischerweise verwenden die Sternsinger Kreide, oder ienen Aufkleber um den Segen an die Tür zu schreiben.

Der Segen, den die Sternsinger schreiben, besteht aus den Anfangsbuchstaben der Namen der Heiligen Drei Könige (Casper, Melchior und Balthasar) sowie der Abkürzung „C + M + B“. Diese Buchstaben werden mit Kreide auf die Tür geschrieben, normalerweise über der Haustür, gefolgt von der aktuellen Jahreszahl. Zum Beispiel für das Jahr 2024 würde der Segen folgendermaßen aussehen: „20 + C + M + B + 24“.

Die Buchstaben „C + M + B“ stehen auch für den lateinischen Segensspruch „Christus mansionem benedicat“, was übersetzt „Christus segne dieses Haus“ bedeutet. Die Sternsinger schreiben diesen Segen als Zeichen des Schutzes und des Segens über das Haus und seine Bewohner im neuen Jahr.

Auch bei uns haben die Sternsinger im Büro in Neustift vorbeigeschaut und einen solchen Sticker hinterlassen. Im gesamten Stubaital, also in allen fünf Stubaier Gemeinden, waren sogar 232 Kinder unterwegs und sie haben insgesamt mehr als 56.500 Euro an Spenden sammeln können. Sie werden in weiterer Folge vom Hilfswerk der Katholischen Jungschar zur Realisierung von Hilfsprojekten für arme Kinder und ihre Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika eingesetzt. Wir sagen: Bravo und Danke für euren Einsatz!

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