Mitte Februar war ich wieder einmal zu Besuch im schönen Stubaital in Tirol. Primär wegen dem ersten Freeride Testival am Stubaier Gletscher. Gleichzeitig aber auch, um die vielen schönen Skitouren-Ziele, die das Stubai zu bieten hat, zu erkunden.

Aufwärmen mit To-do-Liste

Bei meinen Ausflügen in die Berge möchte ich die Zeit  immer bestmöglich nutzen. So sind mein Begleiter Tilman und ich auch dieses Mal schon sehr früh angereist. Unser Plan war, dass wir zum Aufwärmen für das gebuchte Wochenend-Programm beim Freeride Testival, schon mal eine schöne Skitour machen. Erstens um uns konditionell etwas vorzubereiten und zweitens, weil ich endlich meine „To-do-Liste“ vom Stubaital – was Skitouren betrifft – in Angriff nehmen wollte. Aber eins nach dem anderen.

Eine Packliste auf berg-freunde.at ⇒ Packliste Skitour

Sehr schöne Alternative

Wir schreiben den 10. Februar 2023: Während wir ins Stubaital hinein fahren, fällt uns die imposante Brennerspitze auf der rechten Seite des Tals auf. „Boah, das wäre sicher eine richtig coole Skitour“, sage ich zu Tilman, meinem Tourenpartner für die kommenden Tage. Tatsächlich habe ich mir die Tour vorher angeschaut, aber bei Lawinenwarnstufe drei und einer heiklen Altschneeschicht war dieses Ziel an dem Tag keine gute Idee. Daher haben wir uns, ebenfalls schon vorher, für eine sehr schöne Alternative entschieden. Die Skitour zur Seblasspitze mit Ausgangspunkt im Oberbergtal, einem Seitental von Neustift.

Lawinenwarndienst Tirol ⇒ lawinen.report

Von Josef auf die Alm

Vom sogenannten Parkplatz „Josef“ geht es erst mal über eine Rodelstrecke im Wald nach oben. Die Rodelbahn liegt großteils im Schatten, was in diesem Winter ein großer Vorteil ist. Durch die Kälte hält die Schneedecke länger. Auf den gegenüberliegenden Südhängen sieht man apere Stellen zum Teil noch auf über 2000 Meter. Froh über genügend Schnee, touren wir weiter Richtung Brandstattalm. Immer wieder sehen wir dabei, durch Schneisen im Wald, auf die Serles und den Hohen Burgstall, zwei der Seven Summits Stubai. Als wir dann bei der der Alm sind, sausen die letzten Rodler auf der schönen Strecke an uns vorbei nach unten. Fast sind wir versucht uns auf der Sonnenterrasse auch noch einen herrlich duftenden Apfelstrudel zu gönnen, aber es ist schon nach Mittag und so beschließen wir weiterzuziehen.

Seblaskreuz und Seblasspitze

Jetzt geht es durch lichten Wald in immer offeneres Gelände. Die Aussicht ins Stubaital ist wunderbar, wenn auch etwas zu grün für diese Jahreszeit. Es ist jetzt niemand mehr unterwegs und so erreichen wir ganz allein den beliebten Gipfel des Seblaskreuzes (2353 m). Für die meisten ist das Seblaskreuz das Ziel der Tour. Wir wollen aber noch weiter, zur Seblasspitze (2502 m), die – vor allem im Winter – weniger angepeilt wird. Verständlich, weil ab dem Kreuz wird es mit den Skiern schwierig. Also befestigen wir sie am Rucksack und gehen los. Wir wollen das restliche Tageslicht noch nutzen, um über den Grat weiter zur Seblasspitze zu gelangen und auf der Ostseite abzufahren. Ein kurzes Stück muss man aufpassen und vorsichtig über ein paar Felsblöcke abklettern.

Danach ist der Grat eher ein Rücken, aber da hier der Schnee teils abgeblasen und teils vollkommen windgepresst und eisig ist, behalten wir die Ski trotzdem am Rucksack. Gegen Ende wird es nochmal ein bisschen steil, aber dann ereichen wir den mit einem Steinmännchen markierten Gipfel. Es hat sich gelohnt. Bei Windstille stehen wir in der Abendsonne und genießen den Blick über die Stubaier Alpen mit einem kleinen Snack.

Traumhafte Sonnenuntergangs-Fahrt

Nach der Stärkung entscheiden wir uns für eine direkte Abfahrt in die Osthänge, in denen noch keine einzige Abfahrtsspur auszumachen ist. Kurz bevor die Sonne hinter den Bergen untertaucht, schnallen wir an und fahren in die schattige Flanke ein. Zuerst haben wir etwas mit einem leichten Harschdeckel zu kämpfen, aber weiter unten genießen wir unverspurte Pulverhänge, während wir auf die im Sonnenuntergang leuchtenden Stubaier Berge zufahren – ein Traum. Kurz vor der Hütte stoßen wir wieder auf unsere Aufstiegsroute, der wir folgen bis wir schließlich über die Rodelbahn wieder zu unserem Ausgangspunkt beim Parkplatz „Josef“ gelangen.

Mit der Skitour zur Seblasspitze haben wir einen perfekten Start ins Stubai-Wochenende hingelegt. Vor allem auch, weil ich ein Ziel meiner persönlichen „Stubai-Skitouren-To-do-Liste“ abhaken konnte.

Fotos: Thomas Herdieckerhoff (@germanadventurer) & Tilman Knopp (@tilmanknopp)

LINKS

Skitour zur Seblasspitze auf Almenrausch.at mit weiteren Details und Kartenmaterial

Seblasspitze über Brandstattalm auf outdooractive.com

Packliste für eine Skitour auf Berg-Freunde.at

Im Stubai tut sich so einiges

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