„Dergrattlt“, “Buger“, „strawanzen“, „koldern“ und „Toaschn“. Einheimische und eingefleischte Stubai-Fans wissen vermutlich wofür diese Mundart-Wörter stehen. Für alle andern kommen wir nun zur Auflösung des dritten Teils des fröhlichen Dialekt-Erratens.

Wir haben unsere „Nordlicht“-Bloggerkollegin Anne erneut gebeten fünf Stubaier Dialektwörter zu erklären. Das Resultat ist wieder durchaus gelungen, genauso wie kürzlich bei Teil 1 und Teil 2. Amüsant und erstaunlich treffsicher waren Annes Interpretationen.

Auch wenn die Stubaier an sich ein friedliebendes und lustiges Volk sind, diesmal wurde auf Stubairisch „geschimpft“ bzw. wie Anne es vermutlich formulieren würde „gemiesepetert“. Als Grundlage für die Erklärung dient wieder die Niederschrift „Stubaier Mundart“ von Peter Landthaler.

Ein „Buger“ ist ein „unfreundlicher, mürrischer Mensch“. Dieser wohnt aber nicht wie von Anne angedacht unter der Treppe (bei uns übrigens „Stiege“) und kann auch keine frechen Kinder riechen. Zum „Buger“ wird allerdings gerne die Ehefrau, wenn der Göttergatte zu viel „strawanzt“. Es heißt soviel wie „viel unterwegs sein (ohne bestimmtes Ziel)“ wobei sich diese „unbestimmte Ziel“ gerne am Stammtisch im Gasthaus befindet 😉

Dann kann es mitunter durchaus passieren, dass die Ehefrau mit dem besagten Partner „koldert“. Peter Landthaler erklärt dies sehr höflich mit „schlechte Laune zum Ausdruck bringen“. Ich bin aber der Meinung, dass beim „koldern“ die Fetzen durchaus ordentlich fliegen können. Festes Schuhwerk und Kraft braucht man dafür, wie Anne erklärt allerdings nicht. „Koldern“ ist keine Sportart, wobei manche Damen durchaus in der Lage wären, das „koldern“ zur verbalen Olympischen Disziplin zu machen.

Der „dergrattlte“ (=verärgerte, beleidigte) Mann zeigt sich möglicherweise nicht einsichtig was dazu führen kann, dass er seine Frau als „Toaschn“ bezeichnet. Anne sieht im Begriff „Toaschn“ eine Tasche, was leider nicht stimmt. Es handelt sich ganz uncharmant um eine dumme Frau bzw. einen Dummkopf.

Da ich den Beitrag aber lieber mit etwas Positiven abschließen möchte, ergänze ich noch einen sechsten Begriff. „Bussn“ tut sich das beschriebene Paar hoffentlich ganz rasch wieder. Der Begriff steht für „küssen“ und das kann man bekanntlich nie genug!

©Bild: Nic Hildebrandt

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