Klingt fad? Dachte ich auch erst. Doch die Recherche zu dem Beitrag zeigte mir, wie spannend und vielseitig das Stubaital musikalisch aufgestellt ist. Mit ein paar langweiligen Strophen ist es hier bei Gott nicht getan…

Als ich mich an diesen Beitrag machte, kam mir der Gedanke, wo fange ich bloß am besten an? Erstmal Google befragt, bei Wikipedia nachgelesen und Youtube durchforstet. Ein bissl was gefunden, so weit so gut. Erste Notizen gemacht und gleich auch einen Experten auf diesem Gebiet kontaktiert. Der Fulpmer Florian Stockhammer absolvierte nicht nur als erster Tiroler die Abschlussprüfung im Akkordeon am Konservatorium, er spielt auch Klavier.

Von seinem Gesangstalent können sich Zuschauer und Zuhörer darüber hinaus bei seinen vielen Auftritten mit seiner Band „stubai – die band“ und seinem Projekt „Stocki & friends“ überzeugen.

Foto Stockhammer F.

Florian Stockhammer, Foto privat

stubai - die band, Copyright stubai - die band

stubai – die band, Copyright stubai – die band

www.fotoruth.at

Stocki & friends, Copyrigth Foto Ruth

Fein – „Stocki“ wie ihn jeder nennt der ihn kennt – wird sich etwas Zeit für meine Zeilen nehmen. Ganz unvorbereitet möchte ich aber nicht sein, also besuche ich meinen Großeltern. Opa war früher jahrelang Mitglied bei der Musikkapelle Fulpmes, Oma immer fleißige Besucherin sämtlicher musikalischer Veranstaltungen und Hüterin diverser Niederschriften aus dem Stubaital. In dem Buch „Vergessene Zeiten aus dem Stubaital – Erzähltes und Überliefertes zusammengeschrieben von Peter Lanthaler“ werde ich auch gleich fündig.

Aufgebreitet liegt es vor mir, das Gustostückerl des alten Stubaier Liedguts: Das „Stubaierlied“. In der Bildergalerie unten ist der komplette Text zu finden, aber genauere Infos zur Herkunft erhoffe ich mir von Stocki.

Meine Großeltern geben mir neben dem Buch noch viel Wissenswertes und einige Anekdoten mit. Dieses musikalische Sammelsurium präsentiere ich erst Stocki und in aufgearbeiteter Form nun hier in diesem Beitrag.

Melodien aus dem Stubaital bzw. Lieder, die sich textlich mit dem Stubai befassen, gibt es mehr als ich meinte. Der kommerzielle Stubai-Hit schlechthin ist und bleibt „Schifoan“ von Wolfgang Ambros aus dem Jahre 1976. Mit der Après-Ski-Hymne und der Zeile „Am Freitog auf’d Nocht montier‘ i die Schi auf mei‘ Auto und dann begib‘ i mi in’s Stubaital„ wuchs die Bekanntheit des Stubaitales enorm. Man bedenke bloß, wie viele Millionen Menschen seit 1976 den Hit auf dem Münchner Oktoberfest mit gröl(t)en. Apropos Oktoberfest, Florian Stockhammer kennt sich auch hier bestens aus. 2009 spielte er satte sechs Wochen im traditionsreichen Hofbräuhaus auf. Und nicht in München, sondern sogar in Las Vegas. Stubaier Export-„Schlager“ goes USA sozusagen:)

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Wolfgang Ambros‘ Auftritt in der Schlick, Copyrigth Schlick 2000

unterkünfte Stubai

Die Skilehrer aus dem Stubaital, Copyrigth Die Skilehrer

Stubaier Freitagsmusig c T. Erichsen

Stubaier Freitagsmusig, Copyrigth T. Erichsen

Doch zurück zu den traditionellen Klängen

Ich merke gleich, dass ich bei Florian an der richtigen Musik-Adresse bin, er bringt Licht ins Stubaierlied-Dunkel. „Das „Stubaierlied“ wurde am 09.08.1885 beim Österreichischen Bundesschießen zu Innsbruck von der Stubaier Nationalsängergesellschaft Gleirscher erstmals aufgeführt. Der Text wurde von Karl Halbeis verfasst, Komponist war Stefan Wahl“, erfahre ich gleich.

Ich habe Florian außerdem zu dem Lied „Drinn im Stubaital“ befragt. „Das Lied kennt man auch unter „Drein im Stubaital“ oder auch unter „Die Elferwand“. Schon 2013 habe ich recherchiert, aber leider nicht herausfinden können, wer das Lied jetzt wirklich komponiert hat und wann das überhaupt war. Auch von Seiten AKM (Staatlich genehmigte Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger (AKM) registrierte Genossenschaft m. b. H.) konnte zum Titel „Die Elferwand“ nur der Komponist Walter Tannich genannt werden. Da weitere Infos zum Lied fehlen, kann aber nicht sicher gesagt werden, dass es sich um das Lied handelt“, erklärt mir Florian.

Das Stubaier Gipfellied wurde von Norbert Scheiber, dem Schlagzeuger von „stubai – die band“ komponiert und getextet. „2012 haben wir es auf unserer ersten CD „Dahoam“ herausgebracht. Ich weiß noch genau, wie ich im Sommer 2011 bei Norbert im Keller die Melodie mit dem Akkordeon aufgenommen und dazu den Bass (übers Keyboard) und die Gitarre rauf gespielt habe“, erinnert sich Florian.

Für Stocki persönlich das schönste der „stubai – die band“ Lieder ist „Dahoam“ – der Titelsong der ersten CD. Gitarrist Franz Siller, auch Kollege beim Projekt „Stocki & friends“, zeigte sich für die Komposition und den Text verantwortlich. “Bei der Songpremiere hatten wir alle Gänsehaut. Noch heute geht es uns so, weil der Text und die Melodieführung so schön sind. Den Titel haben wir übrigens auch für unsere zweite CD mit „stubai – die band“ aufgenommen, die CD ist im Feber 2014 herausgekommen“, ergänzt Stocki. Die „Stubai-Polka“ und „Boarisch im Stubaital“ wurden 2012 von Florian Stockhammer selbst komponiert. Letzteres Lied erschien außerdem 2016 auf der CD „Träumen im Stubai“ von „Stocki & friends“. Der CD namengebende Song „Träumen im Stubai“ stammt ebenfalls aus Stockis Feder.

„Die Skilehrer aus dem Stubaital“ – Besitzer einer goldenen Schallplatte aus dem Jahre 1987 – sind in ganz Europa als „Stubai-Botschafter“ unterwegs und haben unter anderem die Lieder „Komm mit ins Stubaital“, „Stubai du mein Traum“ sowie die „Stubaier Schipolka“, den „Stubai-Boarischen“ und die „Stubai-Reggea“ in ihrem Repertoire.

Und weil die oben beschriebenen Lieder nichts wären ohne stimmkräftiger Künstler und instrumentaler Begleitung, liste ich an dieser Stelle Stubaier Musikgruppen, Musiker und Bands auf. Dies erfolgt wie bei meinem Blogbeitrag „Tal der Chöre“ in alphabetischer Reihenfolge:

Bröllerhofmusig (Mitglied Tiroler Volksmusikverein), Das Bernstein-Duo, Die Skilehrer aus dem Stubaital, Die 4 Tiroler, Donnerbischl, Duo Zorn Mieders, Familienmusik Neunhäuserer, Fulpmer Flügelhornduo, HaHaHa Musig, Miederer Feierabendsänger, Stocki & friends, stubai – die band, Stubaier Alphornbläser, Stubaier Freitagsmusik (Mitglied Tiroler Volksmusikverein, Organisatoren u.a. Stubaier Almklang), Stubaier Geigenmusig, Stubaier Holzknecht und die Zupf-und-Ziach-Musig.

Die genannten SängerInnen und MusikerInnen fühlen sich in erster Linie in den Bereichen Volksmusik und Volkstümlicher Musik heimisch. Einige Vertreter greifen außerdem auf Austro-Pop, Schlager und beliebte Evergreens zurück. Doch im Stubaital findet man beispielsweise auch Bands wie die Rock/Pop-Coverband Four2gether oder Liquid Silver, die mit ihrer Rock’n’Roll Ausrichtung härtere Töne anschlagen. Aber das ist eine andere (Blog-)Geschichte 😉

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