Ein gängiger und absolut unumgänglicher Begriff in der Seilbahnersprache ist „Revision“. Das Wort Revision leitet sich vom Lateinischen re- „wieder“, „zurück“ und vifere „ansehen“ ab und heißt soviel wie „Rückschau“ bzw. „Überprüfung“, als kurze Erklärung für alle Nicht-Seilbahner unter den Lesern. Bei der letzten Revision habe ich den Mitarbeitern des Stubaier Gletschers über die Schulter geschaut…

Vom Überprüfen und Kontrollieren…

Magnetinduktive Seilkontrolle, Streckenrevision, Hydraulikprüfung…na, bumm! Ganz schön viele komplizierte Technikausdrücke, gell? Genau das dachte ich mir, als ich von den Kollegen vor Ort zu hören bekam, was bei der Revision der 3S Eisgratbahn alles gemacht wird.

Mein fragender Blick muss wohl gleich verraten haben, dass ich auf Anhieb nicht alles verstanden habe. Bevor ihr auch nur zu einer Frage ansetzen konnte, wurden mir jedoch die einzelnen Schritte „eingedeutscht“.

Damit der Betrieb der Bahnen am Stubaier Gletscher reibungslos funktioniert und allen Sicherheitsrichtlinien entspricht, bedarf es der Revision. Dabei wird unter anderem eine magnetinduktive Seilkontrolle durchgeführt, bei der das Seil mittels Magnetwellen durchsucht wird. Mit diesem Verfahren kann auch ein Bruch im Inneren des Seiles festgestellt werden. Alle 10 Seile mit einer Gesamtlänge von ca. 28 Kilometern werden so minuziös begutachtet.

Bei der Streckenrevision werden alle Stützen und Seilreiter visuell kontrolliert. Ebenfalls werden die Seilrollen einer Kontrolle unterzogen und außerdem geschmiert.

Damit der Betrieb eben nicht nur sprichwörtlich „wie geschmiert“ läuft, werden zusätzlich die Seilscheiben bei der Stationsrevision geschmiert. Im Zuge derer werden die Förderreifen ebenfalls kontrolliert.

Bei der Hydraulikrevision beschäftigen sich die Bahnmitarbeiter des Stubaier Gletschers mit der Überprüfung aller Hydrauliksysteme. Die Überprüfung der Klemmen und Kabinen hingegen liegt im Bereich der Fahrzeugrevision.

Wenn diese Punkte alle abgearbeitet wurden, kommt es zu der Durchführung der Bremsversuche. Die Bahn wird dazu mit maximalem Gewicht beladen und alle vorhandenen Bremsen getestet. Die Bremszeiten werden dann mit den vorgegebenen Werten verglichen.

Bei der gesamten Revision dürfen natürlich Übungen von Sondersituationen nicht fehlen. Dazu gehört auch das Szenario des Stromausfalls, welcher simuliert wird. Das Fahren im Notantrieb wird somit ebenfalls durchgeführt.

Aktuell läuft der Sommerbetrieb am Stubaier Gletscher mit zahlreichen Events, ohne die fleißigen Kollegen am Gletscher wäre dies nicht möglich. Danke für euren Einsatz!

(alle Bilder ©Stubaier Gletscher/Polak-Media)

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