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Seit einem guten Jahr habe ich am Stubai Blog laufend (im wahrsten Sinne des Wortes :-)) über die Trails meiner Wahlheimat sowie über meine Vorbereitungen für den ersten STUBAI ULTRATRAIL berichtet. Nun war es endlich so weit und wie es mir dabei ergangen ist, möchte ich euch nicht vorenthalten.

Dass ich am STUBAI ULTRATRAIL teilnehmen werde stand ja schon lange fest. Allerdings wollte ich es beim ersten Mal dann doch nicht übertreiben und bin dieses Jahr beim STUBAI BASICTRAIL an den Start gegangen.

Die ersten Eindrücke frühmorgens

Arbeitsbedingt bin ich schon um drei Uhr in der Früh aufgestanden und habe dann gleich Mal das live-Ranking angeschaut: da lagen Basti Lexa und Philipp Brugger noch gemeinsam in Führung und haben bei der ersten Auflage des STUBAI ULTRATRAILS gerade die Labestation an der Schlicker Alm erreicht. Es war ein sehr nasser Morgen und ich habe mir gedacht, dass es ein Wetter für meine Gore-Tex Jacke wird. Mein Start war allerdings erst um 10:00 Uhr und bis dahin sollte sich noch viel ändern. Die Ultraläufer  wurden am Weg von der Schlick 2000 zur Starkenburger Hütte von einem klaren Sonnenaufgang überrascht – zumindest die meisten.

Das Ergebnis fiel schlussendlich so aus, dass der stärkste Mann des Tages der heimische Trailrunner und Alpinist Philipp Brugger aus Sistrans war. Er ist nach unglaublichen 8 Stunden und 28 Minuten bei strahlend blauem Himmel und kalten Temperaturen ins Ziel bei der Jochdohle am Stubaier Gletscher gelaufen. Das stärkste Mädl war Natalia Tomasiak, über welche ich ja schon im letzten Blog berichtet habe.

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Mein Lauferlebnis

Wie eingangs erwähnt, bin ich den STUBAI BASICTRAIL gelaufen, wobei es „nur“ von Neustift bis zur Jochdohle am Stubaier Gletscher (29km und 2.500 Höhenmeter aufstieg) ging. Die Bedingugen waren nahezu perfekt: Bei strahlend blauem Himmel und einer Sicht auf den frisch angeschneiten Sulzenauferner ging es vor der Kirche in Neustift los. Gleich nach dem Start liefen wir auf der südlichen Talseite, oberhalb des Neustifter Ortsteils Stackler, auf einem schnellen natürlich geformten Singletrail, den ich noch ganz lustig fand. Dann ist aber das harte Stück gekommen…. Während fast alle Trailrunning-Strecken mit steilen Anstiegen anfangen, sind wir zuerst einen Halbmarathon mit insgesamt 1.000 Höhenmetern im Aufstieg mit nur ganz wenig lustigen technischen Teilstücken gelaufen. Bis Falbeson habe ich auf den Führenden nur vier Minuten verloren, am Ende waren es dann schon 40 Minuten.

Meine Motivation ist wieder zurückgekehrt als wir von Mutterberg in Richtung Dresdner Hütte aufgebrochen sind. Da ich die Labestation an der Doadler Alm ausgelassen habe, hat mich das riesige Angebot an der Talstation in Mutterberg umso mehr gefreut. Der lässige, gut laufbare Singletrail auf der rechte Seite des Fernautals führte uns dann weitere 600 Höhenmeter hoch bis zur Dresdner Hütte. Da ich noch nie so lang auf Schotterwegen gelaufen bin, habe ich die Auswirkungen des Flachstücks bis zur Talstation ordentlich gespürt. Zwar habe ich mich um einen Platz verbessern können, bissig und verspielt war mein Lauf aber sicher nicht. Die Stöcke, die ich zum ersten Mal zu einem Rennen mitgenommen habe, haben mir zumindest psychisch wesentlich geholfen. Ab der Dresdner Hütte führte die Strecke dann auf einem neu angelegten Steig über die Silberschneide und der hat mir sehr gut gefallen. Auch weil ich genau hier im Winter mit meinen Skiern im Tiefschnee runter fahre. Ab hier habe ich nur mehr meine Position kontrolliert – ich wollte erst ab dem Eisgrat bis zur Jochdohle über den Gletscher wieder mit mehr Tempo ins Ziel laufen.Wegen Nebel und kaltem Wind ist die Strecke aber verkürzt worden und so war bereits am Eisgrat Schluss. Mit Startnummer 1111 bin ich schlussendlich soagr noch als 11. ins Ziel gelaufen. Schicksal oder was meint ihr?

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Mein Resümee

Von Anfang war klar,dass die erste Auflage des STUBAI ULTRATRAIL kein Versuch oder ein bloßer Probelauf eines Trailrunning-Events sein sollte. Der Tourismusverband Stubai Tirol hat sich mit der deutschen Event Agentur PLAN B, die sich als Veranstalter des Zugspitz Ultratrails (2017 ca. 2.800 Teilnehmer) einen Namen gemacht hat, einen starken Partner mit an Bord geholt und ist damit gleich in die erste Liga des Trailrunnings in Tirol eingestiegen. Bei beiden Distanzen (ULTRA- und BASICTRAIL) sind insgesamt etwas mehr als 500 Teilnehmer mitgelaufen – und das bei der ersten Austragung des Rennens. Das Thema Trailrunning in Neustift als auch dem Stubaital hat enormes Potential und ist voll ausbaufähig, schließlich bietet das Tal eine umfangreiches Angebot: von einfachen Trails entlang der Gletscherstaße bis hin zu technisch herausfordernden Steigen auf einige 3.000er. Auf Instagram habe ich zum Beispiel gesehen, dass polnische Läufer sich am Donnerstag vor dem Event bei traumhaften Wetter bereits mit Läufen auf den Aperen Freiger (3.262m) vorbereitet haben.

Fazit ist, dass der STUBAI ULTRATRAIL extrem gut angenommen worden ist. Im immer dichter werdenden Angebot an verschiedenen Trailrunning-Events hat der Lauf im Stubaital unverwechselbare Eigenschaften. In vielen Berichten habe ich von der sehr schönen Streckenführung gelesen oder auch von der hochwertigen Verpflegung. Ich selber war von den vielen Zuschauern entlang der Strecke begeistert und darf an dieser Stelle noch einmal „Vielen herzlichen Dank für’s Anfeuern!“ ausrichten. Auch nirgendwo anders kann man das Vorhaben „Urban2Glacier“ (von der Stadt ins ewige Eis) so leicht umsetzen. Der STUBAI ULTRATRAIL punktet auf alle Fälle mit den Schlagworten Challenge und Laufen, und das macht es besonders reizvoll für alle jene, die die Straße in Richtung Natur verlassen wollen. Last but not least befindet sich das Ziel an der Jochdohle gerade mal zwei Kilometer Luftlinie vom Alpenhaupkamm entfernt und das unterstreicht das Gefühl etwas Großes erreicht zu haben noch einmal mehr.

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