wandern-sommer-stubai

Bloggerkollegin Anne kam, sah, interpretierte und siegte nicht ganz…auch wenn sie bei dieser Runde „Dialekt erraten“ nur einen Begriff korrekt deuten konnte, war es wieder ein absolutes Vergnügen ihre Zeilen zu lesen. Nachdem Anne, die „nicht auf die Schnauze“ gefallene Frohnatur aus dem hohen Norden, schon in ihrem letzten Beitrag die Mundart deutete, gab es Nachschlag aus dem Stubai.

„Aper“, „Derwischilatz“, „lanschen“, „Rångger“ und „wetzen“ lauteten diesmal die Herausforderungen. Galant versuchte Anne mit der Erklärung „Wer aper sagt, muss auch bper sagen“ die Dialektkurve zu kratzen. Ein guter Ansatz, der leider so nicht stimmt. Wenn etwas „aper“ ist, dann ist es „schneefrei“.

„Aper“ werden Wanderwege im Frühling, wenn die Schneefälle nachlassen. „Apere“ Pisten hingegen wünscht sich niemand. Gott sei Dank gilt das Stubai mit dem Stubaier Gletscher, dem größten Gletscherskigebiets Österreichs, als besonders schneesicher. „Aper“ ist es hier eher selten.

Der als „Derwischilatz“ interpretierte Friseurumhang strotz nur so vor Kreativität. Ein genialer Gedanke muss ich sagen, aber „Derwischilatz“ heißt nichts anderes als „Fangen spielen“. Äußerst beliebt ist hier die Aussage „di derwisch i ano“, also „dich erwische ich auch noch“, in dem Zusammenhang aber eher gebräuchlich wenn Lausbuben und Lausmadln ein paar Streiche spielen.

Beinahe richtig beschrieben wurde „lanschen“. Wenn man „lanschnt“ dann lümmelt man aber nicht einfach nur rum, es ist vielmehr ein „herumziehen ohne Plan und Ziel, zum Teil auch zum Zeitvertreib“. Wobei hinter „ohne Plan“, steckt gerade bei Frauen meist schon ein größeres Vorhaben, wenn es nach der Vorstellung der daheim gebliebenen Männer geht. Gefährlich (für die Geldtasche) kann es schon werden, wenn sich Freundinnen oder ein Mutter-Tochter-Gespann zum „lanschen“ in das nahegelegenen Innsbruck begeben. Beim „lanschen“ lässt sich nämlich hervorragend einkaufen.

Mitunter „wetzen“ oben beschriebene Damen nur so zwischen den Geschäften herum. Wie von Anne richtig wiedergegeben, steht es für „laufen“.

Der „Rångger“ hat aber so rein gar nichts mit einem Parkwächter oder auch Ranger zu tun. Der „Rångger“ ist ein „Marienkäfer“. Warum er bei uns so heißt oder wovon sich da Wort ableiten lässt? Ehrlich gesagt, weiß ich das leider nicht. Bei uns daheim war der „Rångger“ immer schon a „Rångger“ und genauso gebe ich das auch meinen Kindern weiter.

Liebe Anne, dieser Satz zum Abschluss müsste nun auch ganz einfach zu verstehen sein:

„Wenn es aper wird und die Rangger wieder fliegen, kann man (dr)außen wieder super umher wetzen und Derwischilatz spielen oder gemütlich a bissl lanschen gehen.“

Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf unseren nächsten Austausch, ein paar Mundartklassiker hab ich schon wieder auf Lager.

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