Die „FOR KIDS“-Blogbeiträge richten sich speziell an unsere kleinen Leser und sind daher in extra großer Schrift erstellt, besonders einfach und kinderfreundlich geschrieben.

Heute lernen Kinder – aber auch alle neugierigen Erwachsenen – eine Stubaier Sage kennen. Viel Spaß beim Lesen!

Das Stubai ist ein sagenumwobenes Tal. Du fragst dich bestimmt, was sagenumwoben bedeutet. Es heißt, dass sich im Stubaital viele Sagen abgespielt haben.

Im Gegensatz zu einem Märchen, das frei erfunden ist, beruht eine Sage auf einer wahren Begebenheit aus der Vergangenheit. Heute schauen wir, was es mit der Sage der Schneefräulein auf sich hat.

DIE SCHNEEFRÄULEIN

In den hintersten Alpen des Stubaitales hat sich die Saligfräuleinsage oder einfacher gesagt, die Schneefräulein-Sage zugetragen. Sie handelt von mythischen Wesen, die ganz wundervoll anzusehen waren. Die zarten, schönen, weiß-gekleideten Schneefräulein begegneten Hirten im Gebiet des Sulzauer Ferner. Als Ferner wird in Tirol und Süddeutschland auch ein Gletscher bezeichnet.

Die Hirten berichteten davon, dass den Schneefräulein Bergmännlein und Wichtel dienten. Die Schneefräulein taten nur Gutes und legten oft Geschenke vor die Häuser, zu denen sie in der Nacht heimlich herabkamen. Die Hirten mochten die Schneefräulein besonders gerne, da sie reichlich Segen auf die Alpen brachten und ihnen sagten, wenn schlechtes Wetter mit viel Schnee drohte. So konnten die Hirten ihr Vieh immer rechtzeitig zurück ins Tal holen. „Abfahren“ wird es heute noch genannt, wenn sich Kühe, Ziegen und Schafe aufmachen in Richtung Tal.

Heute erinnert vor allem der „Hohe Fräulekopf“, ein Ferner der mit dem Sulzauer Fernerstock verbunden ist, an die Schneefräulein. Wegen ihres positiven Wirkens wurde dieser Ferner nach den Saligfräulein genannt.

Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 2

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