Renate und DAS E-Bike – ein Erlebnisbericht *ggg*

Letztens, Bergstation 11er Bahnen… eine nicht mehr ganz so junge Dame kam an der Elfer-Bergstation an, locker-lässig strampelte sie daher, sprang munter vom Rad, setzte sich auf die Sonnenterrasse und bestellte sich ein kühles Getränk, keine Spur von 812 erklommenen Höhenmetern auf dem Bike!

Bei näherem Hinsehen, erkannte ich zwar, dass die sportliche Dame mit einem E-Bike unterwegs war – was aus meiner Sicht die Leistung keinesfalls minderte, aber für mich umso interessanter machte. Ich als passionierte Autofahrerin, der bei 0,1 % Steigung und 100 m auf dem Fahrrad die Puste ausgeht, war sehr beeindruckt.

Das will ich auch!

 

Alleine fand ich die Aktion E-Bike dann doch zu tollkühn, aber der TVB Stubai Tirol bietet ja E-Biketouren mit einem professionellen E-Bike Guide an: Jeden Mittwoch, um 10.00 Uhr startet diese geführte E-Bike Tour vor dem Büro des TVB Stubai Tirol in Neustift.

Also fasste ich einen Plan und machte mich an die Umsetzung:

Mittwoch 09.00 Uhr: auf zu Sport Hofer ein E-Bike ausleihen. Ein sehr „schönes“ E-Bike! Norbert, der zuständige E-Bike Betreuer erklärt mit geduldig und ausführlich, was bei einem E-Bike zu beachten ist. Er erklärt die Gänge, die Motor-Arten und sonst noch einiges. Mit einem Helm ausgestattet drehe ich ein paar Proberunden. Die Begeisterung beginnt zu wachsen.

Kurz vor 10.00 Uhr treffe ich die weiteren Teilnehmer der E-Bike-Tour und unseren Guide Franz. Ich bemerke schnell, das Franz nicht nur ein professioneller E-Bike Guide ist, sondern auch ein passionierter Stubaier. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde und ein paar Fakten über Neustift und das Stubaital geht es los.

Zum Eingewöhnen fahren wir an der Talstation der Elferlifte vorbei am Uferweg Richtung Neder. Dabei unterqueren wir die Bundesstraße und weiter geht es an der Ruetz entlang Richtung Kampler See. Vorbei am Fußballstadion Kampl/Neustift, dem Sommertrainingsplatz einiger sehr bekannter Fußballmannschaften.

Wir queren den Bach und fahren jetzt an der Sonnenseite des Stubaitals über Gröben, vorbei am Gröbenhof (die Sonnenterrasse wäre ein toller Platz zum Einkehren – aber Franz fährt weiter!) Richtung Fulpmes.

Am Skispringerdenkmal im Zentrum von Fulpmes gibt es die erste größere Rast.

Schon vorher waren wir immer wieder stehen geblieben und Franz erzählte Informatives über das Stubaital, über „Land und Leute“.

In Fulpmes kommen noch einige Teilnehmer zur Tour dazu und es geht weiter Richtung Telfes.

Der Anstieg über die recht steile Fachschulstraße am rauschenden Schlicker Bach entlang, ist die erste richtige Herausforderung mit der Erkenntnis: Ein E-Bike ist kein Moped, und ein bisschen mehr Kondition wäre nicht schlecht.

Von Plöven geht es Richtung Telfer Wiesen. Normalerweise fährt Franz mit der Gruppe die Telfer Wiesen entlang und dann über den Gallhofweg recht, steil hinunter ins Ruetztal. Bei kleineren oder sportlicheren (!) Gruppen weiten die Guides die Runde schon mal aus, z.B. Richtung Kreith und manchmal sogar bis nach Schönberg. Diesmal entscheidet Franz, dem Niveau 😉 der Gruppe entsprechend, die Telfer Auffahrt hinunter zum Gasthof Kirchbrücke zu fahren.

Hier wird erstmals richtig gerastet, ein Café getrunken, über Forellen diskutiert, die im Gasthof Kirchbrücke frisch aus dem hauseigenen Teich serviert werden und es wird einstimmig die Entscheidung getroffen, bald zum Forellenessen an diesen schönen Ort zurückzukommen.

Dann geht es schon wieder los, entlang der rauschenden Ruetz in Richtung Mieders.

Nach einem steilen Anstieg durch das Mühltal, fahren wir ein Runde durch Mieders, vorbei am Kalvarienberg, wo wir kurz rasten, hinauf zum Miederer Bad’l.

Weiter vorbei an der Talstation der Serlesbahnen, die Alte Bundesstraße entlang zum Jagerhäusl. Hinter dem Hochseilgarten „Adventurpark“ nehmen wir den Waldweg bis zur Medrazer Stille. Unterqueren dort die Bundesstraße hinunter zum Medrazer Hof.

Jetzt sind wir wieder auf der Sonnenseite und fahren über Sonnegg und Omesberg nach Neder, wo wir wieder die Bundestraße unterqueren, um am Talboden gemütlich in Richtung Neustift zu fahren. Vorbei am Landeplatz der Paragleiter und dem Raftingstützpunkt, zurück zum Stubaitalhaus, unserem Ausgangspunkt.

Über 5 Stunden hat die Rundtour gedauert, 30 Kilometer sind wir gefahren. Ein wirkliches Erlebnis.

Das Experiment E-Bike – ein voller Erfolg.

Mein Fazit:

  • etwas Kondition sollte schon vorhanden sein
  • so macht Radfahren auch abseits von Flach richtig Spaß
  • in der Gruppe fährt es sich angenehm und sicher
  • Franz ist ein toller Führer und
  • ich werde sicher wieder E-Bike fahren – wenn auch vielleicht nicht hoch auf den 11er!

 

 

 

 

 

 

 

Bilder ©TVBStubaiTirol/rs

 

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