Wenn ich an das Kasspatzl denke, dann möchte ich sogleich eine Ode darauf anstimmen.

„Oh goldener Gaumenkitzler, wie schmackhaft du bloss bist. So herzhaft köstlich, dass ich immer viel zu viel von dir iss…“, jetzt aber Spaß beiseite. Es gibt wohl keine Grundlage eines Hüttengerichts, die sich so vielseitig präsentiert wie das Spatzl.

Unsere Spatzln werden gerne auch Spätzle, Spatzen, Eiernockerl oder Knöpfle genannt, je nachdem wo man sich geografisch gerade befindet.

Als Spätzle und Knöpfle werden sie im Süddeutschen Raum serviert, als Eiernockerln in Nordösterreich.

In jedem Fall ist aber die Rede von einem länglich geformten Teigprodukt.

Das Grundrezept:

600 g griffiges Mehl, 4 Stk. große Eier, 250 ml Milch, Salz

Zubereitung:

Die genannten Zutaten werden vermischt und zu einem glatten Teig verarbeitet. Dann werden sie durch ein Spätzlesieb gedrückt und im kochenden Wasser gekocht. Dabei muss immer wieder umgerührt werden, damit die Spatzln nicht zusammenkleben. Die Spatzln sind fertig, wenn sie aufsteigen und auf der Oberfläche schwimmen. Die fertigen Spatzln abseihen und entweder weiterverarbeiten oder als Beilage servieren.

Für die Variante als Kasspatzl benötigt man noch:

1 große Zwiebel, 150 g Butter, 250 g geriebener Bergkäse, einen Esslöffel Petersilie oder Schnittlauch, Salz, Pfeffer, Öl bzw. Butter

Zwiebel schälen und klein schneiden. In etwas Öl bzw. Butter goldgelb anschwitzen. Spatzln dazugeben und würzen. Im Anschluss den Bergkäse darüber streuen und abschmelzen lassen. Mit Röstzwiebel (im Vorfeld leicht bemehlt und in Öl heraus gebacken) und/oder Petersilie bzw. Schnittlauch servieren.

Immer mehr Hütten und Restaurants bieten neben den klassischen Kasspatzln auch Spinatspatzln (gerne in Schinkenrahm) an. Hierfür wird beim Grundrezept die Milch etwas reduziert (125 ml) und durch passierten Spinat (200 g) ersetzt. Für den Schinkenrahm wird etwas Zwiebel und kleingeschnittener Schinken angeschwitzt. Im Anschluss kommen die Spatzln dazu, die mit Salz und Pfeffer gewürzt werden. Das Ganze wird dann gut durch geschwenkt und mit etwas geriebene Bergkäse verfeinert.

Dem Spatzl in seiner Ursprungsform begegnet man im Stubai außerdem in zahlreichen Varianten. So ist es beispielsweise Hauptbestandteil der Schmugglerpfanne in der Goldenen Gams am Stubaier Gletscher, einem Schöpfgericht mit Champignons und Filetspitzen. Als Beilage wird es vor allem aber zum Zwiebelrostbraten, zu Rindsvögerln (Rindsrouladen) oder zu Gulasch serviert, wobei mir persönlich zu letzterem ein Semmelknödel dazu lieber ist.

Wer Leberspatzln (meist serviert in einer kräftigen Rindssuppe) auf einer Karte im Stubai findet, der sollte sie  gleich bestellen. Auch sie sind ein wahrer Genuss, den man nicht verpassen darf, genauso wenig wie die Hüttenklassiker 2-4!

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