Stubaier Höhenweg
Stubai

Stubaier Höhenweg - 8000 Höhenmeter in 8 Tagen

ab € 475,-

01.06.2017 -30.09.2017

  • Übernachtungen in Mehrbettzimmern auf den Hütten
  • Frühstück und Abendessen
  • Stubaier Wanderkarte
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Etappe 7

Franz-Senn-Hütte – Starkenburger Hütte

Höhenmeter:      ⬆ 530 Hm  ⬇ 440 Hm
Dauer: 7 Stunden
Länge: 15 km
Tiefster Punkt: 2.143 m
Höchster Punkt: 2.548 m

Folgen Sie den Wegweisern zur Starkenburger Hütte. Vorbei an den Abzweigungen zum Rinnensee und Horntalerjoch führt der Weg hoch über der Talsohle des Oberbergtales. Sie durchqueren die Villergrube (teilweise versichert) und erreichen nach ca. 2 ½ Std die Seducker Hochalm (bewirtschaftet) sowie nach weiteren 2 ½ Std. das Sendersjöchl (zuletzt steiler Anstieg). Immer am Gratkamm entlang geht es zum Seejöchl. Folgen Sie weiter der Beschilderung Starkenburger Hütte, vorbei an der Abzweigung zur Schlickerscharte. Nach ca. 7 Std. erreichen Sie das Etappenziel die Starkenburger Hütte.


Naturkundliche Besonderheiten

Vom Ruhegebiet Kalkkögel ins Ruhegebiet Stubaier Alpen

Geologie - Seejöchl als „Reißverschluss“

Beginnt man die Tour bei der Starkenburger Hütte und passiert nach dem Seejöchl den idyllischen Schlicker See, vollzieht man einen erdgeschichtlichen Raum- und Zeitsprung der Superlative. Wie ein Reißverschluss fällt die Trennlinie zwischen hellem, feingeschottertem Kalkgestein und dunklerem Silikat bzw. Kristallin auf. Bei genauerer Betrachtung stößt man hier auf ganz unterschiedliche Floren – Kalkliebhaber und kalkmeidende Pflanzen stehen Seite an Seite und bilden einen hotspot der Biodiversität. Nur ganz wenige Pflanzen siedeln sowohl auf Kalk, als auch auf Silikat, denn die Bedingungen der beiden Gesteinsarten unterscheiden sich ganz wesentlich. Die Pflanzen müssen daher unterschiedliche Strategien entwickeln, um das jeweilige Gestein besiedeln zu können. So sind die mineralischen Nährstoffe des trockenen Kalkuntergrundes relativ fest gebunden und dadurch weniger gut verfügbar. Besonders die Versorgung mit Kalium, Phosphor und Eisen gestaltet sich auf Kalkböden schwierig, und die Pflanzen müssen weit verzweigte Wurzeln ausbilden, um die Nährstoffe aufzunehmen. In Kristallinböden werden die Nährstoffe schneller ausgewaschen, sind aber auch leichter verfügbar. Dieser Untergrund trocknet nicht so schnell aus wie Kalk, und es finden sich hier auch höhere Konzentrationen an Eisen, Mangan- und Aluminiumionen. Daher ist er im Gegensatz zum Kalk bis in wesentlich größere Höhen bewachsen. Einen Extrem-Standort bilden trockene Kalkschuttrinnen in den mittleren Lagen der Kalkkögel. Hier wachsen gleich nach der Schneeschmelze Spezialisten wie die Alpen-Aurikel, die in Tirol auch unter dem Namen Platenigl bekannt ist. Sie überzieht die Hänge mit leuchtendem Gelb und duftet wunderbar aromatisch.

Uralte Kulturlandschaft – Zeugin der Besiedlungsgeschichte

Nach dem Sendersjöchl verläuft der Weg entlang der Grenze zum Ruhegebiet Kalkkögel durch uralte Kulturlandschaft. Die blumenreichen Bergwiesen wurden von Menschenhand geschaffen. Bis vor etwa 40 Jahren wurden die Flächen unterhalb des Höhenweges zur Heugewinnung gemäht. Die Mahd begünstigt die Artenvielfalt durch „Gleichberechtigung“. So werden konkurrenzstarke Arten wie viele Gräser an einer flächendeckenden Ausbreitung gehindert, dadurch können sich auch schwächere Arten wie Enzian, Küchenschellen oder Arnika durchsetzen.
Das hintere Stubaital wurde bis zum 12. Jahrhundert nur als Weidegebiet genutzt. Aus dieser Zeit stammen noch rätoromanische Namen wie „Sedugg“. Danach führte der immer höhere Bevölkerungsdruck zur Gründung von Schwaighöfen, das sind ganzjährig bewohnte Höfe mit Viehhaltung. Dies wurde durch günstige klimatische Bedingungen erst möglich. Im Zuge dessen änderte sich die Landnutzung. Die hochgelegenen Flächen oberhalb der Waldgrenze wurden, wo immer möglich, zur Heugewinnung genutzt, während im Talbereich Getreide angebaut wurde. Roggen und Gerste gediehen bis zu einer Seehöhe von 1.500 Metern und dienten der Versorgung von Mensch und Vieh. Das Heu für den langen Winter musste von weiter oben mühsam auf Heuschlitten ins Tal gebracht werden. Bei der Oberissalm (über 1.700 Meter) lagen die beiden höchstgelegenen, ganzjährig bewohnten Höfe im ganzen Stubaital.
Heutzutage ist die Bergmahd dort, wo keine Fahrwege hinführen, nicht mehr rentabel. Die Wiesen rund um die Seducker Hochalm werden hauptsächlich mit Schafen beweidet, so ist die Hochalm ist im Sommer von Hirten bewohnt. Auch Beweidung fördert die Blumenvielfalt durch Offenhaltung der Flächen, allerdings in geringerem Ausmaß als die Mahd. Die Tiere bevorzugen bestimmte Kräuter, und verschmähen andere. Durch diese selektive Beweidung werden viele Arten unterdrückt.

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