Stubaier Höhenweg
Stubai

Stubaier Höhenweg - 8000 Höhenmeter in 8 Tagen

ab € 475,-

01.06.2017 -30.09.2017

  • Übernachtungen in Mehrbettzimmern auf den Hütten
  • Frühstück und Abendessen
  • Stubaier Wanderkarte
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Etappe 1

Innsbrucker Hütte – Bremer Hütte

Höhenmeter:      ⬆ 850 Hm  ⬇ 800 Hm
Dauer: 7 Stunden
Länge: 9,5 km
Tiefster Punkt: 2.220 m
Höchster Punkt: 2.562 m

Am Fuße des Habichts geht es leicht ansteigend, vorbei am Alfaier See zum Sendesgrat. Durch die Glättegrube geht es zum zweiten Anstieg auf die Pramarspitze (2.511 m). Durch die Wasenwand führt ein seilversicherter Abstieg (Vorsicht!), danach wird die Traulgrube durchquert. Der dritte Anstieg erfolgt über das Blockwerk zum Trauljöchl – zunächst leicht ansteigend, dann jedoch etwas steiler. Nach circa. 25 Minuten Abstieg zur Weggabelung gehen Sie rechts vorbei am idyllisch gelegenen Lauterer See und durch einen kurzen, mit Seilen und Steigbügeln gut gesicherten Kamin zur Bremer Hütte. Für weniger erfahrene Bergsteiger gibt es alternativ links einen ruhiger verlaufenden Weg mit letztem Gegenanstieg zum Etappenziel.


Naturkundliche Besonderheiten

Im Landschaftsschutzgebiet Serles-Habicht-Zuckerhütl

Lautersee

Der Stubaier Höhenweg geht direkt am Ufer des auf 2.400 Metern gelegenen Lautersees vorbei. Der aus ihm entspringende Lauterseebach fließt in den 400 Höhenmeter weiter unten liegenden Simmingsee hinab. Solche hochgelegenen stehenden Gewässer werden meistens als Fortpflanzungsgelegenheit von Amphibien genutzt. Die extrem kurze Frühlingszeit treibt die wechselwarmen Lurche bereits über den Schnee aus ihren Winterquartieren zu den Gewässern. Grasfrosch und Bergmolch kommen in den Alpen noch bis über 2.000 Metern Seehöhe vor. Im Wasser legen die Amphibien ihre Laichballen mit Tausenden von Eiern (Grasfrosch) oder Einzeleier (Bergmolch) ab. Die Tiere sind vor den intensiven UV Strahlen der Hochgebirgssonne durch besonders dunkle Körperfärbung geschützt. Zusätzlich können sie so auch Wärme besser speichern. Je höher sie vorkommen, desto später setzt ihre Geschlechtsreife ein, desto älter werden die Lurche aber auch. Ein Bergmolch kann über 22 Jahre alt werden. Im Spätsommer oder Herbst endet die Aktivitätsperiode, die je nach Höhe bis zu acht Monate dauern kann.

Bergmahdbewirtschaftung

Wieder durchwandert man ausgedehnte Kulturlandschaft. Der Talschluss des Gschnitztals wurde zu Beginn der Besiedlungsgeschichte als Almgebiet genutzt. Rätoromanische Namen wie „Lapones“ zeugen noch davon. Die vielen, ausgedehnten Kare boten ideale Weideflächen (Simming-, Traul-, Glätte-, Pfann- und Alfairalm zwischen Bremer und Innsbrucker Hütte). Mit der Ausdehnung des Dauersiedlungsraumes in die hintersten Täler im 12. Jahrhundert änderte sich die Nutzung der Grasflächen oberhalb der Waldgrenze. Im Tal wurden die Flächen für den Getreideanbau benötigt, der Großteil des Heus für den langen Winter wurde in den Bergen gemäht. Von der Bergmahd herab wurde das Heu gezogen und am Talboden mit Heuschlitten zum Hof gebracht.
Entlang des Stubaier Höhenwegs befindet man sich im Bereich der Traulalm unterhalb der Pramarnspitz auf ehemaligen Bergmähdern. Die Mahd begünstigt die Artenvielfalt, indem sie konkurrenzstarke Arten keinen Vorteil lässt, und so auch schwächere, spezialisierte Blumen Fuß fassen können. Weil das hintere Gschnitztal wie das Stubaital aufgrund des schroffen Geländes mit Fahrwegen kaum erschlossen ist, wurde die Mahd vor einigen Jahrzehnten aufgegeben. Heute werden die Flächen mit Schafen beweidet.

Alpen-Murmeltier

Nicht nur Haustiere bevorzugen die frischen Gräser der gemähten oder beweideten Flächen. Entlang des Weges in den steilen Grasmatten, kommt man an etlichen Eingängen von Murmeltierbauten vorbei. Und bevor der Wanderer das imposante Murmeltier sieht, hört er meistens seinen scharfen Pfiff. Damit ist er selbst gemeint. Das scharfsichtige, mit gutem Gehör ausgestattete Murmeltier warnt die zahlreichen Mitglieder seiner Kolonie vor einem potentiellen Feind. Ein Pfiff bedeutet: „Höchste Gefahr – Feind in unmittelbarer Nähe“. Ein Reihe von Pfiffen heißt: „Vorsicht – Feind nähert sich“. Hauptfeinde sind die Steinadler, die während der Nestlingszeit hauptsächlich Murmeltiere jagen. Der größte Feind aber ist der Winter, der die Tiere während des bis zu sechs Monate dauernden Winterschlafs oft empfindlich dezimiert. Alpen-Murmeltiere hatten während der letzten Eiszeit ihre größte Verbreitung. Sie zogen mit dem zurückweichenden Eis in die Alpen und kommen hier bis über 3.000 Metern Seehöhe vor. Heiße Sommertage verbringen die kälteangepassten Tiere am liebsten in ihren geräumigen Höhlensystemen, deren Temperatur nicht über 13 Grad Celsius steigt.
Murmeltiere sind streng territorial. Das ranghöchste Männchen verteidigt sein Revier vehement gegen jeden erwachsenen Eindringling. Das Gebiet wird durch ein stark riechendes Sekret aus den Wangendrüsen markiert. Innerhalb der hochsozial lebenden Gruppe wird mit den Nasen gestupst, beschnuppert und unter den Jungen ausgiebig gespielt.
In den Schutzgebieten der Stubaier Alpen ist der Bestand der Murmeltiere gut.

Geologisches Bilderbuch – der Serleskamm

Auf dem Weg von der Bremer Hütte zu Innsbrucker Hütte befindet man sich durchgehend im Ötztal-Stubai-Kristallin, das auch den mächtigen Bergstock des Habichts aufbaut. Zwischen Innsbrucker Hütte in Richtung Ilmspitz beginnt der Serleskamm aus Dolomit. Das Ötztal-Stubai-Kristallin bildet die Basis für alle Dolomitzüge des Stubaitales, aus denen die Kalkkögel im Norden und der Serleskamm im Südosten bestehen. Ein kleiner Rest bildet den Gipfel des Elfer.
Auf seiner Länge von etwa 10 Kilometern zwischen Pinnisjoch und Serles erreicht der Serleskamm eine Mächtigkeit von über 1.000 Metern. Das Gestein besteht hauptsächlich aus Dolomit. Die vielfältige Abfolge verschiedener Schichten setzt sich aus unterschiedlichen Kalken und Dolomiten zusammen, die farblich ins Ockergelbe, Graue und Rötliche bis hin zum Violetten spielen können. Dieser Kalkkomplex ist im Erdmittelalter (Mesozoikum) entstanden und wird deshalb als Brenner-Mesozoikum bezeichnet. Kennzeichnend für das Dolomitgestein sind sein schroffer, stark zerklüfteter Aufbau und die hellen Schutthalden aus scharfkantigem Geröll. Am Ende dieses Gebirgskammes ragt der Pyramidenaufbau der Serles weithin sichtbar in eine Höhe von 2.717 Metern.

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