Der Aussichtslage von Schönberg trug man 1890 mit dem Bau einer Aussichtswarte Rechnung. Der Holzbau wurde vom Pensionsbesitzern Alois Witting, nördlich des ehemaligen Jägerhofes erbaut.

Der zierliche zwei geschossige Holzbau ruht auf einem gemauerten Sockel und trägt auf vier abgestreiften Pfeilern eine hölzerne Aussichtsplattform. Diese wird von einem ebenfalls auf Ständern aufliegenden, weit vorragenden Schopfwalmdach mit flacher Dachneigung geschützt. Die Detailgestaltung – Holzsäulen mit Klopfbändern, gesägte Balustraden und auch die Dachform – ist typisch für den späthistoristischen (Historismus ca. 1850 bis WK I) Heimatstiel: Elemente regionalen bzw. „Alpinen“ Bauens verbinden sich zu einer malerischen Form, die ihrerseits auf das landschaftliche Umfeld reagiert.

 

 

 

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Dieses frühe mit Laubsägearbeiten verzierte Baudenkmal aus der Pionierzeit des Fremdenverkehrs in Tirol stellt das mittlerweile einzige noch bestehende Beispiel dieser Bauart in Tirol da und besitzt daher Seltenheitswert. Als ein Dokument für die behutsame Erschließung der Landschaft, wie sie für den Tourismus der Jahrhundertwende charakteristisch war, hat die Wittingwarte darüber hinaus kulturhistorische Bedeutung und wurde 1984 unter Denkmalschutz gestellt.

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1988 – die Warte befand sich in desolatem Zustand – reichte der Besitzer einen Antrag auf Umwidmung des Gebiets in Bauland ein, womit ein Abbruch der Aussichtswarte verbunden gewesen wäre. Durch die rechtzeitige Intervention des Bundesdenkmalamtes wurde dieses Vorhaben zunächst verhindert. Schließlich konnten Gemeinde und Eigentümer mit Hinweis auf den Stellenwert des Bauwerks zu einer Restaurierung bewogen werden.

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Die Wittingwarte wurde also 1994/95 liebevoll restauriert und kann seit 1996 wieder besichtigt werden. Der tolle Ausblick Richtung Europabrücke, Innsbruck mit der Nordkette sowie weit ins Stubai und auf die Berge des Stubai- und Wipptales ist wirklich grandios.

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Textquelle: Gerettet! Denkmale in Österreich – 75 Jahre Denkmalschutzgesetz | hrsg. Bundesdenkmalamt (1998)
Bilder: ©TVB Stubai Tirol/rs, www.schoenberg.tirol.gv.at

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