Die Wetter.Offensive.Tirol, bei der das Stubaital mit dabei ist, haben wir euch ja schon vorgestellt. Da sich dabei alles ums Wetter dreht, sind die Grundlagen natürlich möglichst genaue Prognosen. Doch wie kommen die eigentlich zustande? Schließlich berechnenen sich die ja nicht von alleine und es sind auch meistens sehr unterschiedliche Angaben auf verschiedenen Seiten und Sendern zu finden. Zudem wissen alteingesessene Stubaier, dass besonders hier bei uns im Stubai, das Wetter hinten oft ganz anders sein kann als vorne im Tal.

Wie setzen sich die Wettervorhersagen der Wetter.Offensive.Tirol also zusammen, welches Material muss vorhanden sein und wie kommt das Wetter dann in die Karten der Moderatorinnen und Moderatoren?

Erklärung vom Profi

Wir haben uns dafür kurzerhand mit der Wetterredaktion in München in Verbindung gesetzt und Ronald Porschke, Project-Manager und Meteorologe, hat uns beschrieben, wie das bei ihnen vonstatten geht

„Als erstes macht sich der Meteorologe unheimlich viele Gedanken, wie das Wetter werden wird, zum Beispiel morgen oder auch am Wochenende! Je nach Wetterlage, kann das besonders in den Alpen manchmal ziemlich komplex sein,“ gesteht Ronald und fährt fort: „Nach Recherche vieler verschiedener Wettermodelle hat der/die Moderator*in, der/die Meteorologe*in ein genaues Bild vom Wetter im Kopf und es geht ihm/ihr sozusagen ein Licht auf. Danach geht’s ans Werk: der/die Meteorologe*in baut sich seine/ihre Wetter-Karten fürs Studio zusammen. Dazu nutzen wir seit mittlerweile knapp 20 Jahren die Wettersoftware der Firma „ask – Innovative Visualisierungslösungen GmbH“ aus Darmstadt, kurz genannt TriVis.

Hier werden Wettervorhersage und Grafik vereint! Der Meteorologe kann für jeden Ort in der Region das Wetter und die Temperaturen bearbeiten, editieren. Auch in den Aussichten ist alles frei editierbar für den Moderator.

Wenn alles nach bestem Wissen und Gewissen bearbeitet ist, werden die Karten gerechnet, wie wir sagen. Das heißt die Wettersoftware erzeugt aus den voreingestellten Design-Elementen, wie zum Beispiel dem Hintergrundbild und dem editierten Wetter, Einzelbilder. Technisch ausgedrückt: 25 Frames für eine Sekunde Film. Am Ende werden diese Einzelbilder zu einem Film – in einer Video-Datei – fürs Studio zusammengesetzt, ‚gerendert‘ heißt das. Dann haben wir einen zwei-Sekunden-Film, der alles enthält, was im Studio gebraucht wird. Am wichtigsten ist dabei natürlich das richtige Wetter!

Das Ergebnis sieht dann so aus:

Warum nur zwei Sekunden für eine Wetterkarte, die doch im fertigen Wetterclip viel länger zu sehen ist, werden sich viele fragen.
Im Studio nutzen wir eine Ausspielsoftware, die alle Wetterkartenfilme in einer Playliste zusammengefasst abspielt und jeden Film in der Playlist so oft wiederholt, bis der/die Moderator*in zur nächsten Karte klickt. Dazu nutzt der/die Moderator*in eine kleine Maus im Studio, mit der er/sie genau steuern kann, wann das nächste Element kommen soll! Damit man als Zuschauer von den Wiederholungen der Wetterkarte nichts mitbekommt, sind unsere Wetter-Icons in der Animation so von unserem Designer gebaut, dass die Animation da endet, wo sie auch beginnt und damit „ruckelfrei“ in einer Endlosschleife gezeigt werden kann, jedes Wetter-Icon besteht also aus 50 Einzelbildern. Und damit ist der Weg frei für eine gute Wetterproduktion!“

 

Fotos: ProMedia, wetter.com
Textbeitrag: Ronald Porschke