Kalt ist es, eigentlich viel zu kalt, um draußen arbeiten zu müssen. Aber gut, ich bin ja selbst schuld, den Job habe ich mir ja ausgesucht, also heißt es jetzt auch, ihn ordentlich zu machen! Da ist es völlig egal, dass ich gerade im Dunkeln Schneeketten montieren musste, nur um auf der Straße nach Gleins wieder zurückfahren zu können. Der Wind bläst immer mehr Schnee auf die Straße in Gleins, und wenn mir der Wirt des Gleinserhofs nicht geholfen hätte, hätte ich sie wohl auch noch für den Schneepflug blockiert. So stehe ich jetzt halt in der Kälte, bei beißendem Wind, der Termin den ich besucht habe ist schon vorbei.

Und trotzdem – ich kann mich nicht losreißen von dem Anblick, der sich mir da darbietet. Die Lichter von Innsbruck, die Schlinge der Autobahn, die schattenhafte Silhouette der Nordkette und am hellsten: die beleuchtete Rodelbahn, wegen der ich ja eigentlich nach Gleins gekommen bin. Es ist noch keine zwei Stunden her, dass sie eröffnet worden ist.

Zwei Stunden, die für mich vor allem eins bedeuten – das Nachdenken über die Frage, warum ich das Auto nicht einfach in Schönberg stehengelassen habe und die Bahn mit einer Rodel raufspaziert bin. Dann hätte ich keine Ketten gebraucht, hätte den Blick mindestens so sehr genießen können und dann auch noch den Spaß gehabt, die Bahn auch selbst auszuprobieren. So höre ich jetzt nur andere jubeln, während sie an mir vorbeirauschen.

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