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Shinrin-yoku heißt auf deutsch “Baden in der Waldluft”, besser bekannt als Waldbaden. Die Naturheilmethode aus Japan regt alle Sinne an und der entspannte Waldaufenthalt ist gut für Körper, Geist und Seele. Der Biophilia-Effekt ist die heilsame und gesundheitsfördernde Wirkung, die die Natur auf uns Menschen hat. Mit einatmen, ausatmen, hören, riechen, fühlen, schmecken und spüren werden Achtsamkeit und Resilienz geschult. Die im Wald freigesetzten Duftstoffe (Terpene) haben unter anderem positiven Einfluss bei Depressionen und regen die Bildung von weißen Blutkörperchen an.

 

 

 

Waldbaden???

Was heißt „Waldbaden“ nun genau? Baden… ohne Badewanne? Unter Waldbaden versteht man den bewussten Aufenthalt im Wald, um sich zu erholen, zu regenerieren, gesund zu werden bzw. es zu bleiben. Was hierzulande oft mit Bäume umarmen – das kann man natürlich trotzdem machen – und Esotherikquatsch abgetan wird, hat eigentlich jahrezehntelange Studien aus aller Welt aus den Bereichen Medizin und Psychologie zur Grundlage.

Wer selber oft in den Wald geht, weiß, wie gut es Körper, Geist und Seele tut.
Trotzdem gibt es für die Fakten-Fans ein paar Insights zum Thema Waldbaden:

  • fördert den Stressabbau
  • stärkt das Immunsystem
  • unterstützt die Genesung
  • mindert Schlafstörungen
  • verbessert die Konzentration
  • lindert Atemprobleme und Lungekrankheiten
  • hilft Bluthochdruck und Zuckerwerte zu senken
  • kann potentielle Krebszellen zerstören

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Wem ein bewusster Spaziergang im Wald zu wenig Action ist, für den habe ich einige Anregungen, den Aufenthalt im Wald etwas abwechslungsreicher zu gestalten:

Atme, fühle und nimm wahr!
Wenn man schon eine bevorzugte Strecke durch den Wald hat, dann sind sicher schon einige schöne Plätze aufgefallen, die zum Verweilen einladen. Vielleicht kommt das nächste Mal eine Decke und 15 Minuten Zeit mit ins Gepäck und man gönnt sich eine kleine Auszeit bei „seinem“ Platz. Augen schließen, bewusstes Ein- und Ausatmen, volle Konzentration auf Geräusche und Gerüche können locker mit einem Wellness-Aufenthalt gleich gesetzt werden.

Achtsamkeit im Wald
Wie fühlt sich Moos an, wenn ich mein Gesicht rein drücke? Wie schaut der Wald aus, wenn ich mich auf den Boden lege und alles aus der Perspektive einer – wenn auch sehr, sehr großen – Ameise beobachte? Schon mal einen Baum umarmt – es gehört einfach dazu ;-)?

Barfuß durch den Wald
Das ist vermutlich die leichteste „Übung“. Schuhe ausziehen, Socken ebenso und marschieren. Anfangs wird das unseren empfindlichen Füßen eher nicht gefallen, weil alles piekst und sticht, aber schon nach kurzer Zeit finden die Füße sicher Gefallen daran. Unterschiedliche Materialien wie Moose, Nadeln und Wurzeln aktivieren unsere Fußreflexpunkte und tragen somit zu einem Wohlbefinden des ganzen Körpers bei.

Perlentauchen
Seit jeher haben Baumperlen einen mystischen Charakter, schon Druiden wussten um ihre Heilkräfte und glücksbringenden Eigenschaften. Was ist da dran, wie entstehen Baumperlen und braucht man zum Perlentauchen wirklich Wasser?
Was sind jetzt diese Baumperlen? Oder auch Hexeneier genannt – den Ausdruck finde ich aber spooky. Sie wachsen rundlich als Ausbuchtung an Bäumen, vorzugsweise am unteren Ende des Stammes. Man findet sie eher bei Laubbäumen mit einer glatten Rinde. Die Baumperlen sind Verletzungen oder Fremdkörper, die vom Baum abgekapselt werden. Die Baumperlen darf man „ernten“, wenn sie sich auf leichten Druck vom Baum lösten. Wenn das nicht der Fall ist, bitte nicht mit Gewalt oder gar einem Messer herum doktern. Die Rinde lässt sich ganz leicht von der Perle schälen, darunter befindet sich nochmal eine ganz dünne Schicht Rinde, die man vorsichtig abschleifen kann.

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Um abschließend die Frage zu beantworten: NEIN, fürs Waldbaden und Perlentauchen braucht man kein Wasser, aber einen Wald, zumindest aber ein, zwei Bäume 😉 In diesem Sinne Inhale – Exhale, locker bleiben oder werden und viele schöne Stunden im Wald oder beim Tauchgang.

 

Literatur: Waldbaden – das kleine Übungshandbuch für den Wald von Ulli Felber

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