„Ich kam, sah und radelte!“ Naja, zumindest nicht sofort. Es hat bei mir schon etwas gedauert, bis ich das Rad (wieder) entdeckt habe und mich mit meinem Drahtesel auf Erkundungstour durch’s Stubaital gemacht habe. Heute kann ich aber behaupten, dass das Stubai Bikegenuss für Jedermann bereit hält. Von kernigen Anstiegen auf Mountainbike-Routen über flowige Singletrails für Downhillbiker bis hin zur gemütlichen E-Bike-Tour ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und das habe ich alles ausprobiert.

Lange Zeit habe ich die Schönheit der Stubaier Bergwelt nur auf des Schusters Rappen erkundet. Das anstrengendste beziehungsweise das was mich dabei immer am meisten gestört hat, waren die Abstiege mit stundenlangen Belastungen für die Knie und die Beine, oder gar Muskelkater am nächsten Tag. Wenn ich dabei auch noch auf Forstwegen unterwegs war und  Mountainbiker lässig bei mir vorbeigerollt sind, dann habe ich die immer beneidet und mir ebenso einen fahrbaren Untersatz gewünscht. Irgendwann ist aus dem Wunsch dann Realität geworden und ich habe es wieder mal mit dem Bike probiert. Mittlerweile schätze ich beides, also Wandern und Biken und muss sagen, dass mich der Facetten-Reichtum beim Radfahren im Stubaital sicher noch länger reizen wird.

Mountainbike-Arena Stubai

Angefangen habe ich damit die Bikearena Stubai mit meinem Mountainbike zu erkunden. Geholfen hat mir dabei der Bikeguide, eine Mountainbikekarte, die zusätzlich eine Art Sammelheft mit Kärtchen zum Herausnehmen ist. Jede Route hat da ein eigenes Kärtchen mit einer Streckenbeschreibung, der Angabe zur Länge, der Schwierigkeit, den Höhenmetern und den sehenswertesten Punkten auf der Strecke. Echt eine super Hilfe und total praktisch. Zum einen, weil man nicht immer alle Karten mitnehmen muss und sich somit einiges an Zettelwerk erspart. Zum anderen weil ich auch ohne GPS-Empfang oder einem Wegweiser eine tolle Orientierungshilfe mit dabei habe. Für technisch affinere Radler gibt’s alle Routen aber auch zum Downloaden auf der Homepage des Tourismusverbandes Stubai und der interaktiven Karte.

Insgesamt findet man in dem Bikeguide ein Wegenetz von 720 Kilometern, die nach dem gängigen Mountainbikemodell vom Land Tirol beschildert sind. Wobei sich das Tourenangebot der Bikearena Stubai nicht nur auf unser Tal beschränkt sondern sich von hier aus bis ins Wipptal, das Sellraintal und übers Kühtai ins Ötztal erstreckt . Mir bleiben also noch jede Menge Karten, die ich fahren kann, auch mit dem E-Bike.

bikeguide stubai Biken im Stubaital

Stubai unter Strom

Das habe ich dann als nächstes Fortbewegungsmittel auf zwei Rädern ausprobiert. Eine tolle neue Art des Bikens. Nicht nur, weil jetzt auch ältere Menschen gelenkschonend wieder die Berge erklimmen können, sondern weil man dadurch ganz neue Möglichkeiten hat. Wie bei mir und dem eingangs erwähnten Dilemma mit dem Bergabgehen bei Gipfeltouren beispielsweise. Mit einem E-Bike lässt sich Wandern und Radfahren kräfteschonend kombinieren. „Bike und Hike“ heißt das heutzutage. Also zuerst mit dem Rad hoch bis zur Hütte oder einer Alm – bei vielen kann man den Akku seines E-Bikes in der Zwischenzeit sogar aufladen – und von dort die restlichen Höhenmeter bis zum Gipfel. Bergab geht’s dann gemütlich mit dem elektrifizierten Drahtesel.

Wer lieber in Gesellschaft radelt, kann sich auch einer kostenlose, geführten E-Bike Sightseeing Tour anschließen. Sie wird vom Tourismusverband Stubai Tirol von Juni bis September immer mittwochs angeboten und führt von Neustift über die Stubaier Dörfer bis in die Telfer Wiesen, dem Greifvogelpark, der Kirchbrücke und dem Adventurepark wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Tour zeigt die Facetten des Stubaitals von einer völlig neuen Seite. Die Ausrüstung muss man dafür zwar selber mitnehmen, mit den vielen Verleihstationen im Stubaital ist das aber kein Problem.

Zwei Singeltrails, unendlicher Flow

Nachdem ich mich dem Thema Rad über’s Mountain- und E-Biken wieder genähert habe, habe ich mich dann sogar auch noch getraut einmal einen Singletrail in Angriff zu nehmen. Gemacht habe ich das am Elfer in Neustift. Mit der nötigen Schutzausrüstung, dem richtigen Downhill-Rad mit einem großen Federweg vorne und hinten am Rad sowie einem Bike-Guide bin ich dann den EinsEinser- und auch Teile des ZweiZweier-Trails am Elfer runtergefahren. Eine riesige Gaudi, anspruchsvoll und schweißtreibend, aber echt eine super Erfahrung. Nachdem man mit den Gondeln, die die Bikes selbstverständlich transportieren, hochgefahren ist, geht es an der Bergstation der Elferbahnen in Neustift los. Die Singletrails überwinden 800 Höhenmeter auf schwerer und mittelschwerer, abwechslungsreicher Routenführung und halten Anlegerkurven, Wurzelpassagen als auch Sprünge bereit. Downhill-Fahrer kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten und sprechen von einem sagenhaften Flow.

  elferbahnen-christophmalin-startrampe zweizweier

Bike-how

Wen solche Sachen auch interessieren, sich aber nicht ganz sicher ist, ob das fahrerische Können reicht, der ist in der Bike Akademie in Fulpmes an der richtigen Beratungsstelle. Dort, beim Gelände des Hochseilgartens, wartet ein eigens installierter Hindernisparcours zum gezielten Trainieren. Orts- und fachkundige Guides begleiten auf Wunsch interessierte Biker auf den Routen und verraten ihre persönlichen Tipps und Tricks zum Umgang mit dem Bike.

Noch mehr Facts zum Biken im Stubaital

Ein besonderer Service des Stubaitals ermöglicht es, den Bikeurlaub schon von Zuhause aus zu planen: Alle wichtigen Informationen sind auf der Webseite des Tourismusverbandes Stubai Tirol unter www.stubai.at/aktivitaeten/biken/ gebündelt

Das Stubai ist Teil der Bikeschaukel Tirol und bietet eine Route von Fulpmes über Neustift bis hin nach Steinach am Brenner inklusive Bike-Transport bei den Gondeln der Elferbahnen in Neustift und der Serlesbahnen in Mieders.

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