Im Naschkatzen-Ranking haben sie sich (als eine Seltenheit) den vierten Platz gesichert.  Gerade weil man die süßen Stubaier Kirchtagskrapfen nicht überall und zu jeder Zeit bestellen kann, gibt es hier eine Anleitung, damit man sich dieses tolle Geschmackserlebnis immer wieder nach Hause holen kann.

Ich nenne das Kirchtagskrapfenbacken jetzt mal vorsichtig die „Königsdisziplin“. Bisher habe ich immer nur zugesehen, doch jetzt habe ich mich selbst federführend in die Küche gestellt. Etwas Rückendeckung gab es von meiner Oma, für den Fall dass ich nicht mehr weiter weiß. Ich darf aber stolz zugeben, ganz so ungeschickt wie erst befürchtet, habe ich mich nicht angestellt. Gott sei Dank fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, etwas Krapfentalent dürfte ich geerbt haben. Für das erstmalige Krapfenbacken sollte man sich genügend Zeit einplanen, gut drei Stunden für 50 bis 70 Krapfen (je nach Größe und Fingerfertigkeit), die sich aus den unten angegebenen Mengen ergeben. Mit etwas Übung dürfte man hier Zeit gut machen. Da bin ich mir ganz, also nur Mut!

 

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Zutaten für den Teig:

1/2 kg Roggenmehl
1/2 kg Weizenmehl
2 Eier
2 Prisen Salz
150 g Butter

Zutaten für die Fülle:

2 l Magermilch
1/2 l Buttermilch
150 g Mohn
100 g Zucker
Preiselbeeren/Zwetschkenmus nach Geschmack (Empfehlung in Summe ca. 300 g)
zwei gestrichene Teelöffel Zimt
2 cl Rum

Hilfsmittel:

Krapfenrad
Butterschmalz zum Herausbacken

Zubereitung:

Magermilch und Buttermilch kurz erhitzen und aufrühren bis eine zähe Masse entsteht (wird Schotten genannt).

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Die Masse, den Schotten, in ein Sieb abgießen, kalt werden lassen und mit den restlichen Zutaten vermischen.

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Für den Teig Roggenmehl, Weizenmehl, Eier, Salz und Butter in einer Schüssel zu einem glatten Teig kneten. Den Teig dann zu Rollen formen und in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden.

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Im Anschluss zu einem dünnen Blatt auswalken. Vorsicht: Immer nur ein paar Blätter vorbereiten und den Rest mit einem Küchentuch zudecken um das Austrocknen zu vermeiden.

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Tipp: Für das Ausstechen der Kreise eignet sich ein mittelgroßer Kochtopfdeckel, den man in den Teig drückt. Einen Löffel Fülle auf jedes Teigblatt geben, das Blatt umschlagen und mit einem Krapfenrad an den Rändern schließen. Wer kein Krapfenrad zur Hand hat, kann auch eine Kuchengabel verwenden und mit dieser mit etwas Druck auf die Ränder drücken.

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Wichtig ist auch hier wieder, dass man die fertig geformten Krapfen bis zum Herausbacken mit einem Küchentuch zudeckt. Die Krapfen werden schwimmend im heißen Fett (Butterschmalz) heraus gebacken bis sie von beiden Seiten her goldbraun sind. Besonders gut funktioniert dies, wenn man die Seite die nach oben zeigt löffelweise mit dem heißen Fett übergießt, bevor man sie wendet.

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Die fertigen Krapfen dann mit Staubzucker bestreuen und servieren. Wenn die Krapfen nicht sofort gegessen werden, sollten sie im erkalteten Zustand mit einem Küchentuch anstelle von Frischhaltefolie abgedeckt werden, damit sie schön resch/knusprig bleiben.

Gutes Gelingen!

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