Er darf vor allem im Winterurlaub nicht fehlen, ich spreche von einer Süßspeise die bei Skifahrern und Winterwanderern für Begeisterung sorgt: Der Germknödel. Daheim wird der hausgemachte Germknödel so gut wie nie serviert, aber nach diesem Beitrag sollte sich das ändern.

So vielfältig wie die Art den Germknödel zu verspeisen, so variantenreich ist seine Zubereitung nicht. Während ich die Germknödelgenuss-Typen im Beitrag „Das Naschkatzen-Ranking“ beschrieben habe,  gibt es jetzt das passende Rezept zum Nachkochen, um selbst herauszufinden zu welchem Germknödelgenuss-Typ man zählt.

Zwei Fähigkeiten sollte man besitzen, wenn man sich an den Germknödel wagt: Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld! Den Germknödel findet man ja bekanntermaßen im Supermarkt im Kühlregal. Hier geht die Zubereitung recht rasch über die Bühne, Packung auf, Folie entfernen und rein damit in Ofen oder Mikrowelle. Für die hausgemachte Variante muss man sich daher schon etwas Zeit einplanen und darf es in keinster Weise eilig haben. Dafür schmeckt das Endergebnis umso besser, versprochen!

Zutaten für den Teig für vier Portionen:

125 ml Milch
15 g Germ
250 g griffiges Mehl
30 g weiche Butter
30 g Staubzucker
1 Pkg. Vanillezucker
Schale von 1 Zitrone
2 Dotter

Zutaten für die Fülle:

80 g Powidl (Dörrzwetschkenmus/marmelade)
2 EL Rum

Zutaten für die Garnitur:

90 g Butter
90 g geriebener Mohn
90 g Staubzucker

Sonstige Zutaten:

2 Prisen griffiges Mehl
2 Prisen Salz
1 Schuss Rum

Milch leicht erwärmen, diese sollte ungefähr Körpertemperatur haben. Den Germ in der Milch auflösen und mit zwei Esslöffel Mehl zu einem Dampfl (= Ansatz/Vorteig, den man für die Zubereitung eines Germteiges braucht) verrühren. Etwas Mehl über das Dampfl geben und es ungefähr eine halbe Stunde, zugedeckt mit einem Geschirrtuch, rasten lassen, also an einem warmen Ort gehen lassen. Hier eignet sich beispielsweise das unbeheizte Backrohr, denn dort ist der Teig gut vor Luftzug geschützt.

In einem nächsten Schritt Butter mit Staub- und Vanillezucker, einer Prise Salz und der abgeriebenen Zitronenschale schaumig schlagen. Die Dotter dazu geben und wieder verrühren.

Mit Dampfl und dem übrigen Mehl zu einem glatten Teig verarbeiten – genau genommen am Rand der Schüssel abschlagen. Der Teig löst sich dann immer leichter von der Schüssel.

Aus dem Teig vier Teile fertigen und daraus Kugeln formen. Die Kugeln auf ein mit Mehl bestäubtes Geschirrtuch oder einen bemehlten Teller legen und dann zudecken. Eine halbe Stunde aufgehen lassen.

Für die Fülle Powidl mit Rum vermischen und verrühren. Die Germkugeln kneten, flach drücken, in die Mitte einen großzügigen Tupfer Powidl setzen und dann den Teig darüber schlagen und glatte Knödel formen. Nochmals ca. 15 Minuten gehen lassen. Dabei sollten sie in etwas die doppelte Größe erreichen.

In einem großen Topf oder einer Pfanne ca. 4 cm hoch Wasser mit einem Schuss Rum aufkochen. Ein Geschirrtuch über den Topf spannen und gut fixieren (mit einem Garn oder Ähnlichem). Knödel darauf legen und den Topf bzw. die Pfanne zudecken. Knödel nun für ca. 20 Minuten dämpfen.

Nun kommt es zur Zubereitung der Garnitur. Butter zergehen lassen und das Mohn-Staubzuckergemisch zubereiten. Die Knödel am Teller anrichten und mit zerlassener Butter und dem Mohn-Staubzuckergemisch servieren. Da meine Familie und ich ganz klare Vanillesauce-Typen sind, haben wir uns nicht für die klassische Buttervariante entschieden, sondern noch eine Portion Vanillesauce zubereitet, denn diese schmeckt einfach auch hervorragend dazu!

Gutes Gelingen!