Während Cupcakes und Cake-Pop‘s voll im Trend liegen und Backanleitungen für kreative Motto-Torten in jedem Format bereitgestellt werden, widmen wir uns einem wahren Oldie but Goldie. Dem Apfelstrudel samt einem Rezept aus dem  Jahr 1900.

Der Apfelstrudel zählt zu den TOP 5 der süßen Stubaier Hüttenklassiker. Wohlverdient befindet er sich bei dem Ranking auf Platz zwei, ist er doch in warmer oder kalter Form ein äußerst beliebtes Schmankerl auf den Stubaier Hütten, Almen oder auch in den Gasthöfen. Bei uns ist er  der unangefochtene süße Familienklassiker (kein Geburtstag ohne ihn), denn in unserer Familie bäckt mittlerweile die fünfte Generation nach dem Rezept „à la Urli Maria“.

Dies erklärt auch die Fotos, bei denen der eine oder andere Brösel seinen Weg nicht akkurat in die Pfanne, Schüssel und schlussendlich in den Strudel fand. So was passiert, wenn die Uroma mit dem Urenkel am Werk ist. Es sei uns verziehen, dem Geschmack tat dies keinen Abbruch.

 

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Zutaten für den Teig für zwei Strudel:

250 g glattes Mehl
1 Prise Salz
1 Ei
1/8 l lauwarmes Wasser
1 gestrichener Esslöffel Öl

Zutaten für die Fülle:

2 kg Boskop-Äpfel
180 g (zerlassene) Butter
4 Tassen (keine Häferl/Becher, sondern klassische Kaffeetassen) Semmelbrösel
3 Tassen (siehe oben) Kristallzucker
2 EL Rum (oder Rumaroma)
2 EL Zitronenaroma
2 Briefchen Vanillezucker
1 Hand voll Rosinen (kann man natürlich auch weglassen)

Backzeit:

25 – 30 Minuten bei 190° im vorgeheizten Backrohr backen.

Zubereitung:

Das Ei mit dem Wasser verquirlen. Das Mehl salzen und eine Grube darin machen. Das Wasser-Ei-Gemisch in die Grube gießen und einen gestrichenen Esslöffel Öl dazugeben. Alles verkneten, mindestens 40 mal mit dem Teig eine Kugel formen, auf ein bemehltes Brett legen, in die Hände etwas Öl geben und etwas über den Teig streichen. Im Anschluss mit einer Schüssel abdecken.

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Den Teig ca. 10-15 Minuten rasten lassen und währenddessen die Fülle vorbereiten. Die Äpfel schälen und in dünne Spalten/feinblättrig schneiden. Die Butter zerlassen, die Brösel darin leicht anrösten und dann Zucker, Rum/Rumaroma, Zitronenaroma, Vanillezucker und Rosinen vermischen. Alles dann unter die Äpfel heben. Anmerkung von meiner Oma: Um „Rosinenkriege“ in der Familie zu vermeiden, kann die Hälfte der Masse mit und die Hälfte der Masse ohne Rosinen zubereitet werden. Dies ergibt dann die verschiedenen Füllungen für zwei Strudel.

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Im nächsten Schritt wird der Teig in zwei Portionen geteilen und mit einem Nudelholz etwas ausgewalkt (Österreichisches und Bayerisch für „ausgerollt“). Dann kommt wohl der schwierigste Vorgang bei der Zubereitung unseres Apfelstrudels, denn der Teig muss jetzt ausgezogen werden. Die folgenden drei Bilder zeigen, wie man dies am besten macht.

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Anmerkung von der nicht ganz so backerfahrenen Enkelin: Das Ziehen ist am Anfang etwas schwierig, nicht aufgeben und verzweifeln. Bei mir hat es auch ein paar Anläufe gebraucht, das mit dem „es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ könnte hier durchaus zutreffen. In dem Fall, bitte dranbleiben!

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Wenn der Teig fertig bearbeitet wurde, wird die Hälfte der Fülle auftragen und der Strudel zusammengerollt. Der Strudel muss noch seitlich verschlossen und auf ein befettetes und bemehltes Backblech gehoben werden. Hier ist Vorsicht geboten, damit der Teig nicht aufreißt. Die zweite Hälfte ebenfalls so verarbeiten.

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Anschließend ein verquirltes Ei mit den Händen zart auftragen und das Blech mit beiden Strudeln in den Ofen schieben. Nun für 25 – 30 Minuten bei 190° im vorgeheizten Backrohr backen.

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Die fertigen Apfelstrudel dann mit Staubzucker bestreuen und servieren. Gut dazu passen geschlagene Sahne, eine Vanillesoße oder eine bis zwei Kugeln Vanilleeis.

Gutes Gelingen!

 

 

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