Ich schreibe wirklich sehr gerne für diesen Blog, meine Geschichten liegen mir sehr am Herzen. Besonders freue ich mich aber, wenn es wieder an der Zeit ist, die Mundart-Rätselergebnisse meiner Blogger-Kollegin Anne aufzulösen. Ich muss jedes Mal lachen. Ich meine so richtig laut mit mir selbst und Annes Zeilen. Deshalb auf ins Vergnügen!

Gerne beziehe ich mich wieder auf die Niederschrift „Stubaier Mundart“ von Peter Landthaler.

„Gluschtn“ war der erste Begriff, der von Anne gedeutet werden sollte. Hier handelt es sich nicht um eine derbe Bezeichnung für eine nervige Dame, auch lutschen bedeutet es nicht. “Gluschtn“ kommt von Gelüsten, sprich „wenn es jemand nach etwas zum Essen gelüstet“. Wie beispielsweise mich aktuell.

Denn mir ist es gerade nach „Gschnarra“, dem zweiten gesuchten Begriff. Mit dem interpretierten Geschnatter hat es nichts zu tun. „Gschnarra“ heißt bei uns „Süßigkeiten“.

Ich überlege mir gerade ob ich mich ganz „hoaml“ in die Küche schleichen sollte? Also ganz still und „heimlich“ versteht sich. Ich will ja nicht von den eigenen Kindern beim Öffnen der Süßigkeiten-Lade erwischt werden? Wobei die würden lauthals „pfnuttern“ wenn sie mich auf frischer Tat ertappen würden.

An dieser Stelle muss ich jetzt Annes Erklärung rein kopieren, weil es genau das beschreibt, was ich soeben gedanklich vorhabe. Und ganz ehrlich, ich hatte Annes Zeilen im Vorfeld nicht gelesen, es handelt sich wohl um das sogenannte „Zwei-Deppen-ein-Gedanke-Phänomen“ 😉

„Wer pfnuttert, der stiehlt sich nachts im Dunkeln in die Küche, um sich noch einen Mitternachtssnack zu gönnen. Das Pfnuttermäulchen wühlt sich heimlich durch die Süßigkeitenschublade und behauptet dann, dass da nie eine Tafel Schokolade gewesen wäre.“

Auch wenn es von der Erklärung und vom Begriff her falsch ist und dieses bei uns sprachlich gar nicht exisitiert, so bin ich tatsächlich ein beschriebenes Pfnuttermäulchen. Nach Fertigstellung dieses Textes sehe ich mich exakt so in der Küche stehen. Das Pfnuttermäulchen auf Süßigkeiten-Streifzug!

Korrekt übersetzt bedeutet „pfnuttern“ nämlich „kichern, kindisches Lachen“. Die Laute eben, wenn meine Kinder mich dabei ertappen, wie ich etwas aus der Süßigkeiten-Lade holen. Dann wissen sie, es wird geteilt.

Bevor wir zum letzten Begriff „feggn“ kommen, muss ich allerdings nochmals auf „hoaml“ zurück kommen. Liebe Anne, wie weiter oben erklärt heißt es schlicht weg einfach nur „heimlich“. Deine Erklärung des „Hoaml“ als jemanden, der nicht gerne wegfährt und lieber auf dem heimischen Sofa sitzen bleibt, ein sogenannter Stubenhocker, finde ich jedoch äußerst liebenswert. Ich kenne ein paar Stubaier Stubenhocker, die die Bezeichnung „Hoaml“ viel charmanter finden würden.

Zum Schluss kommen wir zu dem für Anne am schwierigsten Begriff „feggn“. Ein kleines Schwein ist es nicht, mit einem Ferkel hat es wenig zu tun. Es handelt sich um eine der schönsten Sachen (neben dem „Geschnarra“) überhaupt: „Schmusen!“

Während mich mein „Gluscht“ nach „Gschnarra“ „hoaml“ in die Küche treibt in der Hoffnung, dass ich niemanden „pfnuttern“ höre, weil ich erwischt wurde, könnt ihr a bissl „feggn“ oder die bisher erschienen Mundart-Raten-Artikel 1, 2, 3  samt Auflösungen 1, 2, 3 lesen.

Mahlzeit und gute Nacht vom Pfnuttermäulchen!

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