Nachdem Florian Kindl, Leiter der Schischule Neustift Stubaier Gletscher, meinem Blogger-Kollegen Michael schon in Sachen „Wiedereinstieg – Rückkehr zum Wintersport“ Rede und Antwort stand, hab ich die Chance auch gleich genutzt, um Wissenswertes zum Skistart von Kindern zu erfahren.

Viele Eltern sind sich nicht sicher, wann der perfekte Zeitpunkt für den Skistart ist und ob es diesen überhaupt gibt. In erster Linie ist es immer abhängig von der körperlichen Konstitution des Kindes. Das ideale Einstiegsalter gibt Florian Kindl mit 4 Jahren an. Das Motto in seiner Schischule lautet: „Lieber ein Jahr warten, als ein Jahr zu früh!“ Man möchte die Kleinsten natürlich nicht überfordern. Der Spaß und die Freude daran, etwas Neues zu lernen wirkt sich hier unmittelbar auf den Erfolg aus. Der jüngste, angemeldete Skianfänger bei Florian Kindl und seinem Team aus Experten, war 3 3/4 Jahre alt und es hat alles auf Anhieb super funktioniert.

Mich hat dann noch interessiert, wie alt der älteste Skianfänger war, der jemals in der Schischule unterrichtet wurde. Im flotten, 80. Lebensjahr, eine beachtliche Leistung! Natürlich erlernte der motivierte Herr seine Skikünste in einem Erwachsenenkurs, dessen Methodik sich erheblich vom Kinderunterricht unterscheidet. Man merke sich hier aber eines ganz deutlich: Um das Skifahren zu lernen ist man nie zu alt, das Format muss einfach nur stimmen! Doch nun zurück zu den ganz jungen Skineulingen.

Laut Florian Kindl bedarf es keiner speziellen technischen Vorbereitung zuhause, bevor man ein Kind in die Hände der erfahrenen und auf Kinder spezialisierten SkilehrerInnen gibt. Ein guter Ansatz ist es aber, ein paar schöne Winterbilder zu zeigen, um die Neugierde und das Interesse auf das, was da kommt, zu wecken. Man kann den Kindern im Vorfeld schon vermitteln, dass der Skisport an sich, das freie Bewegen in der Natur im Schnee und das Erlernen des Skifahrens unglaublich schön sind. Eine Portion Begeisterung schadet nie!

Was die Kleidung betrifft, so ist auf warme Unterwäsche und entsprechende funktionelle Wintersportbekleidung zu achten. Nichts verdirbt den Skispaß mehr, als wenn man friert. Bei der Skiausrüstung ist wichtig, dass die Skier für den Start nicht zu lange sind. Auch die Schuhe müssen exakt passen und sollen nicht ein oder gar zwei Nummern größer sein. Gerade was die Skiausrüstung betrifft, so sollte man sich an Profis wenden. Und solche gibt es am Stubaier Gletscher genug. Es ist besser entsprechendes Equipment direkt im Gebiet zu leihen. Die Sportshops am Stubaier Gletscher sind hier top ausgestattet und finden für jeden Kinderfuß den passenden Schuh. Unverzichtbar ist das Eincremen mit einem Lichtschutzfaktor von 50 oder höher sowie das Tragen von Sonnen- und Skibrillen mit 100%-UV Schutz. Dies gilt speziell bei uns im Gletscherskigebiet, ist aber auch für alle niedriger gelegenen Skigebiete absolut empfehlenswert. Ein absolutes MUSS: der Helm!

Ich wollte außerdem wissen, warum man bei den Kinderskikursen ausschließlich Kinder mit Ski und nicht mit Snowboard sieht. Die Frage hatte ich deshalb gestellt, weil mir oft Eltern mit Snowboard aufgefallen sind, die kleine Kindern mit Ski dabei hatten. Ich dachte, Eltern die Snowboard fahren würden das Snowboarden gerne vom ersten Tag an ihren Kindern vermitteln wollen. Jetzt weiß ich aber warum das nur selten der Fall ist. Für kleine Kinder ist Snowboarden wesentlich kraftaufwändiger als das Skifahren. Florian Kindl sieht die körperliche Konstitution fürs Snowboarden erst ab dem achten Lebensjahr als gegeben. Kinder sollten erst das Skifahren richtig beherrschen, dann klappt der Umstieg auf das Snowboard problemlos. Aber bis dahin bleibt noch etwas Zeit, erst werden die Pisten des BIG Family Kinder-und Jungend-Ski-Camps noch mit zwei Brettern erobert!

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