Am Stubaier Gletscher ist Schneesicherheit von Oktober bis Juni garantiert, Gott sei Dank! Doch wenn es auch nur drei Monate über den Hochsommer sind, an denen kein Skibetrieb herrscht, kommt mir diese Zeit beinahe wie eine Ewigkeit vor. Ab Anfang September verfolge ich immer die Wettervorhersagen ganz genau. Wird Niederschlag und somit in der Höhenlage Schneefall prognostiziert, dann freue ich mich. Mitte September kam dann eine ordentliche Portion Schnee und deshalb hieß es gleich am 26. September für mich, ab auf die Piste! Die Vorfreude ist jedes Jahr vor meinem Skistart groß. Es ist fast schon so wie es früher war, wenn man sich als Kind auf seinen Geburtstag oder das Ende eines Schuljahres freute. Statt Geburtstagkuchen und Sommerferien gibt es halt eine extra lange Skisaison. Der erste Skitag ist für mich einfach besonders schön, weil er diese vielen kleinen erwartungsvollen Momente beinhaltet. Diese beginnen schon bei der Vorbereitung: Ski wieder aus dem Keller holen, Skigewand nach der Sommerpause aus dem Kasten räumen. Idealerweise findet man dann in einer der Jacken- oder Hosentaschen noch ein paar Scheine und Münzen, die man einfach nach der letzten Saison dort gelassen hat.

Auf der Fahrt zum Gletscher wird die Stimmung immer noch besser und besser. Rein in die Gondel mit dem Wissen, dass man in wenigen Minuten in einer Winterwelt mitten im Herbst ankommt. Der Herbstskilauf zeichnet sich meist durch viel Sonne aus, da lassen sich das Wahnsinnspanorama und die frische Luft noch besser genießen. An meinem ersten Tag, hat mich auch der Wettergott nicht im Stich gelassen. Sonne pur, bei perfekten Schneeverhältnissen, es tut gut endlich wieder am Berg zu sein! Doch noch viel schöner als die Vorbereitungen ist natürlich der Moment wenn es endlich wieder Klick macht, der Skischuh in die Bindung einrastet und man den Schnee untern den Skiern spürt. Herrlich, diese befreiende Gefühl wieder auf den Ski zu stehen und über die perfekt präparierten Pisten zu fahren. Auch wenn mich der Wettergott nicht im Stich gelassen hat, gab es jemanden der es an seiner Stelle tat. Und zwar meine Kondition. Die hat mich nach ein paar Abfahrten direkt in einen der Sonnenstühle vor der Bergstation Eisgrat geschickt. Und eben auch das hatte ich den Sommer über vermisst, den Einkehrschwung. Und der lieben Kondition sei eines gesagt, wir beide haben noch bis weit in den Skifrühling hinein Zeit um in Hochform zu kommen.

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