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Traumhafte Pistenverhältnisse, herrliches Wetter – was braucht es mehr für einen perfekten Skitag? Die Lawinenkommission! Im Winter haben die Mitglieder des Gremiums die Berge ständig im Blick, beraten sich täglich und sorgen mit ihrer hochprofessionellen Arbeit für Sicherheit auf offiziellen Skipisten, Skirouten, Loipen, auf Verkehrswegen und im Siedlungsraum.

Michael Thaler mag die Berge und das Skifahren. Geht ja beinahe nicht anders – als Pistenchef der Schlick 2000 ist er täglich mit den Skiern im Skigebiet unterwegs. „Wenn ich zwischendurch im Büro bin, sitze ich mit den Skischuhen am Schreibtisch“, erzählt er. Neben bestens präparierten Pisten ist die Sicherheit der Wintersportler in der Schlick die zweite große Mission des Stubaiers. Seit über zwanzig Jahren ist Michael Thaler Mitglied der Lawinenkommission in der Schlick 2000.

Was macht eine Lawinenkommission?

Die örtlichen Lawinenkommissionen haben den Auftrag, Behörden und Entscheidungsträger zu beraten und diesen gegebenenfalls die Anordnung von Maßnahmen zum Schutze vor Lawinengefahren zu empfehlen. In der Schlick 2000 besteht das Gremium aus acht Mitgliedern. Sie alle werden umfassend und regelmäßig durch das Land Tirol geschult, haben jahrelange alpine Erfahrung und kennen die Schlick wie ihre Westentasche. Im Winter trifft sich die Lawinenkommission der Schlick 2000 täglich. Bei den morgendlichen Beratungen wird die aktuelle Lawinensituation im Skigebiet beurteilt. Darüber hinaus wird die Kommission nach Bedarf einberufen oder tritt zusammen, wenn eines der Mitglieder es für notwendig erachtet. Die Beurteilung der Lage ist eine große Herausforderung, damit verbunden auch eine entsprechende Verantwortung. Die Richtlinien für die Entscheidungen sind restriktiv. „Mindestens drei Kommissionsmitglieder müssen anwesend sein. Es genügt eine Stimme, um etwa einen Bereich zu sperren, es braucht aber Einstimmigkeit, um die Sperre wieder aufzuheben“, erklärt Michael Thaler. Für eine Beschlussfassung werden neben der Beobachtung und Analyse der Umstände im Skigebiet zusätzlich Messdaten von Wetterstationen, der Lagebericht des Lawinenwarndienstes, der Wetterbericht und sonstige meteorologische Daten berücksichtigt. „Die Kommission fungiert als beratendes Organ. Ist eine Lawinengefahr zu erwarten, wird der Entscheidungsträger, in unserem Fall die Geschäftsführung, unverzüglich verständigt. Sie wird aufgrund der Empfehlungen entsprechend tätig“, erklärt Michael das Prozedere.

Eigenverantwortlich handeln und Sperren unbedingt beachten!

Da ein Großteil der Kommissionsmitglieder auch Mitarbeiter der Bergbahn ist, werden die Maßnahmen schnell umgesetzt. Sie können von Sicherungsarbeiten über vorsetzliche Auslösung von Lawinen, etwa durch Sprengung, bis zum Sperren ganzer Gebiete reichen. Auf jeden Fall sind sie zeitlich sowie örtlich begrenzt und werden wieder aufgehoben, sobald sich die Lawinensituation entspannt hat. In diesem Zusammenhang appelliert Michael, aktuelle Sperren auf jeden Fall ernst zu nehmen: „Gerade bei schönem Wetter kann eine Sperre schon mal irritierend sein, da die Gefahr nicht unmittelbar erkennbar ist. Man kann aber sicher sein, dass die Schilder nicht grundlos aufgestellt oder gar vergessen wurden.“ Generell betreffen die Empfehlungen der Lawinenkommissionen nur den organisierten Skiraum (Skipisten, Skirouten, Loipen), Verkehrs- und Wanderwege sowie Siedlungsgebiete. Im freien alpinen Gelände obliegt die Beurteilung der Lawinengefahr jedem Einzelnen selbst. „Unter Umständen kann auch jeder selbst Lawinen auslösen und durch fahrlässiges Handeln andere gefährden“, erinnert Michael an die Eigenverantwortung.

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