Snowparks haben in den letzten zehn Jahren enorm an Bedeutung für Skigebiete gewonnen. Gerade am Stubaier Gletscher setzt man sich schon seit 2008 dafür ein, allen Snowboardern und Freeskiern ein Set-Up zu bieten, das seinesgleichen sucht. Nicht umsonst gilt der Stubai Zoo als einer der weltbesten Snowparks, in dem sich die internationale Freeski- und Snowboard-Elite genauso wohl fühlt wie Hobbyrider und all jene die die ersten Jumps wagen wollen.

Mit steigendem Interesse am Freestyle Snowboarden und Freeskiing hat sich auch ein neuer Beruf geformt und etabliert. Der des Shapers, was sich vom englischen „shaping“ ableitet und für formgestaltend steht. Die Shaper als Mitarbeiter eines Snowparks bringen somit den Park in die gewünschte Form. Aktuell sind am Stubaier Gletscher 2 Shaper beschäftigt. In der Vorsaison, wenn der Stubai Zoo am größten ist sind teilweise sogar 6 bis 8 Shaper vor Ort. Das Team setzt sich aus Experten aus Deutschland, Italien, Tschechien und Neuseeland zusammen. Die professionelle Parkcrew kümmert sich um das tagtägliche Reshaping, genauso wie um große Auf- und Umbauarbeiten.

Normalerweise beginnt die Arbeit für die Shaper früh morgens, bevor das Skigebiet überhaupt geöffnet ist. Jeden Morgen gibt es zwischen 08:15 Uhr und 09:00 Uhr einen sogenannten Safety Check. An den Umbautagen beginnt der Tag für die Shaper des Stubai Zoos etwas früher als sonst, statt des Safety Checks geht es direkt ans Eingemachte. Laut den Rebuild-Skizzen wird der Park angepasst und umgebaut. Mittags legt die Crew eine kurze Pause ein, bevor sie dann wieder bis 17:30 Uhr im Einsatz ist. Gerade wenn extrem viel zu tun ist oder die Witterung entsprechend ist, kann es durchaus sein, dass die Shaper die Nacht am Berg verbringen müssen, damit der Snowpark am nächsten Tag wieder einsatzbereit ist.

Eine der Hauptaufgaben der Shaper an den Rebuild-Tagen ist die Unterstützung der Pistenbullyfahrer. Sie lotsen die Fahrer und geben genau vor, wo der Schnee benötigt wird. Die Bullyfahrer haben in der Nacht das Terrain schon so weit vorbereitet, dass man direkt in der Früh mit dem Einbau der Obstacles und dem Shapen beginnen kann. Der Schnee hat sich bis dahin schon etwas gesetzt, so lässt er sich besser verarbeiten. Weitere wichtige Tätigkeiten sind das Auseinandernehmen der Obstacles, deren Fixierung an den Gabeln, das Einsammeln des Equipments und das Beladen der Maschinen.

Der Stubai Zoo liegt auf knapp 3000 Höhenmetern, wo das Atmen schon einmal schwer fallen kann. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber an die dünne Luft und vermeidet es beispielsweise viel bergauf zu laufen – lieber runter boarden, mit dem Schlepplift rauf fahren oder warten bis ein Bully hochfährt, so die Devise der Jungs. Natürlich ist das alles auch eine Zeitersparnis, die gerade an den Rebuild-Tagen äußert wichtig ist. Die wohl größte Herausforderung beim Shapen am Gletscher ist wohl das Eis. Die Obstacles sind nach einiger Zeit im Gletschereis festgefroren und dann muss ein Bagger her um sie herauszubrechen. Man muss sich außerdem am Gletscher immer im Bewusstsein halten, dass der Schnee auf dieser Höhenlage nicht verschwindet, das heißt Markierungen mit Farbe sind ein Tabu. Auch die Kettensägen, die teilweise in Gebrauch sind, dürfen nicht geölt werden damit keine Rückstände im Schnee bleiben.

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