Vorbereitung: Rodelbahnen Stubaital

Jedes Jahr werden die Forstwege der Rodelbahnen im Stubaital herausgeputzt. Da und dort ist ein Brett der Sicherheitswände zu erneuern, einige Löcher sind aufzufüllen und die Banden sind an manchen Plätzen anzubringen. Das Stubaital ist mit seinen 12 Rodelbahnen eine der größten Rodelarenen in Tirol. Von Rodelbahnen, bei denen man sich den Aufstieg mit einer Bergbahn ersparen kann, bis hin zu einer idyllischen Wanderung in tief verschneiten Wäldern ist alles dabei. Bis dahin dauert es aber noch ein wenig. Seit dem letzten Winter sind alle Rodelbahnen gleich beschildert. Ein hochwertiges Konzept, welches vom Tourismusverband umgesetzt wurde, gibt dem Rodler Auskunft über die Anzahl der Kehren, eine Notrufnummer sowie die 10 wichtigsten Verhaltensregeln beim Rodeln. Ebenso sind alle Rodelbahnen des Stubaitales mit dem Tiroler Naturrodelbahngütesiegel ausgezeichnet worden – als bisher erste und einzige Region Tirols. Ich durfte dieses doch recht umfangreiche Projekt koordinieren und begleiten, was für einen naturliebhabenden, aber doch viel an den Bürostuhl gefesselten Projektmanager doch eine willkommene Abwechslung bedeutet.

Aber zurück zu den Geräuschen, die aus den sonst so idyllischen Bergen ertönen. Wer genau hinsieht, erkennt die beiden Außendienstmitarbeiter des Tourismusverbandes, Franz und Howie. Die beiden sind damit beschäftigt, die Verankerungen für die Beschilderung bei der heuer neu eröffnenden Rodelbahn von der Milderaun Alm zu montieren. Dabei kommt schweres Gerät zum Einsatz. Mit einem Bohrer, der extra von einer Spezialfirma ausgeliehen wurde, werden bis zu 2,10 Meter lange Schraubanker in den Boden getrieben, um die mehrere hundert Kilo schweren Start- und Zielschilder sicher zu verankern. Dabei läuft dem einen oder anderen auch einmal der Schweiß von der Stirn. Mit dem Kranlastwagen werden die Tafeln anschließend auf die Schrauben gehoben und befestigt.

Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, beginnt das Warten auf den Schnee. Das ist sowohl bei den Rodelbahnbetreibern als auch bei den begeisterten Rodlern gleich. Damit ist die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen. Eine Rodelbahn zu präparieren ist über den ganzen Winter hinweg eine anstrengende Arbeit. Der Neuschnee muss abgetragen und verfestigt werden, sodass links und rechts der Rodelbahn die berühmten „Schneewandln“ entstehen, welche die Rodler zusätzlich absichern, wenn doch einmal jemand zu schnell sein sollte.

Abschließend möchte ich euch noch einen Tipp mitgeben: Die Rodelbahn von Oberegg zur Milderaun Alm ist auf alle Fälle einen Ausflug wert. Der einstündige Aufstieg wird von einem herrlichen Blick über das ganze Tal belohnt. Auch kulinarisch bleiben keine Wünsche offen. Wenn jemand mit mir einmal gerne über das Thema Rodeln sprechen möchte, bin ich dort am öftesten anzutreffen.
In diesem Sinne, viel Spaß beim Rodeln.

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