Zwei Wochen davor die Niagara-Fälle in Kanada – und dann wandern wir im Stubaital dem Sulzenaufall entgegen. Unberührte Natur, Wasser rauschen, auf den saftigen Almwiesen des Talkessels grasen Kühe, die Bergkulisse rundum ist großartig. Welche Kontrast zu Kanada, wo die Niagara-Fälle gnadenlos vermarktete werden und mitten im verbauten Gebiet, umgeben von Hotelkästen und Spielcasinos liegen. Die Kanada-Insider sind sich einig: eigentlich ist das hier viel schöner als die Massentourismus-Vermarktungsmaschinerie rund um die Niagara-Fälle.Der beeindruckende Sulzenauf-Fall ist aber nur der Auftakt unserer Tour, es wird noch schöner: Wir überwinden die Steilstufe westlich des Wasserfalls und oberhalb der Sulzenau-Hütte (bitte dort den Topfenstrudel probieren, der ist der Hammer!) erwartet uns das alpine Hochgebirge mit einer erstaunlichen Vielfalt glazialer Landschaftsbilder auf engem Raum. Die WildenWasser rauschen in Gletscherbächen, darüber thront stets das zerklüftete Spaltengebiet des Sulzenau-Eisbruchs und die imposante Gipfelzacke des Zuckerhütls. Als dann eine Herde langhaariger, zweifarbiger Zottelziegen unseren Weg kreuzt, fühlen wir uns fast wie im Himalaya: Herrliche, wilde, unberührte, archaische Hochgebirgslandschaft mitten in Tirol. Poor Niagara!

 

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