Der Herbst färbt das Tal in schönste Farbtöne, hoch über dem Tal lockt der Stubaier Gletscher aktuell zum Herbstskilauf bei perfekten Bedingungen, Zeit also noch einen Rückblick auf meine schönste Sommer-Gipfeltour zu werfen.

Bereits am Eingang des Stubaitals kann man weiter hinten am Talschluss einen markanten Gipfel erkennen. Von der einen Seite zeigt sich das Hörnchen weiß bedeckt, von der anderen ist es steil abfallend  und felsig. Es ist der höchste Gipfel in den Stubaier Alpen und einen treffenderen Namen hätte man diesen Berg nicht geben können – die Rede ist natürlich vom Zuckerhütl.

Mit einer Höhe von  3.507 Metern und umgeben von Gletschern überragt  dieser Berg alle umliegenden Gipfel. Im Sommer wie Winter ist das Zuckerhütl ein beliebter Gipfel bei Bergsteigern und durch Zufall hatte ich nun endlich auch die Gelegenheit, diesen Berg zu besteigen.

Unsere Tour beginnt im Sommer nach der Auffahrt mit der Schaufeljochbahn im Skigebiet Stubaier Gletscher. Oberhalb des Snowparks führt der Weg in leichtem Gelände bis zur Bergstation Fernau. Von dort aus geht man kurz einen steileren Blockkamm entlang, bevor der Weg unterhalb des Aperen Pfaffs in einem großen Linksbogen um diesen Gipfel führt. Nachdem ein Geröllfeld durchquert wurde, erreicht man nach einem kurzen Anstieg das Pfaffenjoch (3213m).

Am Joch betreten wir den Sulzenauferner – der Punkt unserer Tour ab dem es nötig ist sich anzuseilen. Generell gilt: Eine gute Ausrüstung (Sitzgurt, Seil, Stöcke, Pickel,…) ist die Grundvoraussetzung für diese Hochtour, da der Weg auf das Zuckerhütl über einige Gletscherfelder führt, die im von Gletscherspalten durchzogen sind.

Wir steigen leicht rechts aufwärts durch einen kleinen Gletscherbruch auf das große Plateau unterhalb des Gipfels auf. Von hier aus hat man bereits einen guten Ausblick ins Tal. Schließlich erreichen wir den Pfaffensattel (3.344m). Der Weg führt von dort über den flachen Gletscher und zuletzt steil aufwärts über einen – je nach Verhältnissen mehr oder weniger ausgeprägten – Firngrat zum Gipfelaufbau. Nach einer kurzen Kraxlerei erreicht man dann nach ca. 3h das Gipfelkreuz.

Bei guter Fernsicht kann man seinen Blick von hier oben über die Dolomiten im Süden, die Zillertaler Alpen, die Hohen Tauern (Großglockner, Großvenediger), das Karwendel, die Ötztaler Alpen, und viele andere Gebirgsketten schweifen lassen.

Nach der Eintragung im Gipfelbuch und einer verdienten Jause führt der Abstieg über den Aufstiegsweg zurück.

Ich kann jedem die Tour auf den höchsten Gipfel der 7 Summits Stubai (den markantesten Bergen des Stubaitals) empfehlen, da sie ein echtes Bergerlebnis ist, das Wandern, eine Gletscherüberquerung und leichte Kletterei verbindet.

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