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Die Berge sind für viele Menschen seit jeher faszinierend und deren Gipfel ein Ziel, das man erreichen will. Speziell auf heiligen Bergen gibt es seit Jahrhunderten Symbole, die den Berg markieren sollen. Seit dem 13. Jahrhundert werden im Alpenraum Kreuze auf Pässen und Anhöhen errichtet und seit dem 19. Jahrhundert, mit Beginn des Alpinismus, werden auf bekannten Gipfeln Kreuze aufgestellt.

Roter Grat soll ein Gipfelkreuz bekommen

Auch im Stubaital hat das Gipfelkreuz Aufstellen eine lange Tradition. Vom Zuckerhütl über den Habicht bis hin zu Serles, jeder bekannte Berg im Tal hat ein Gipfelkreuz. Oft sogar schon das Zweite oder Dritte. Es gibt aber auch einsame Berge im Tal, die nicht so oft begangen werden. Die haben dann entweder gar kein Kreuz am Gipfel oder nur ein ganz kleines. Ein solcher Berg ist der Rote Grat in der Nähe des Wilden Freigers, oberhalb der Nürnberger Hütte. Der Rote Grat liegt mit 3.099m Höhe an der Grenze zu Italien und ermöglicht den Übergang zwischen Nord- und Südtirol. Auf diesem Berg gab es bis vor kurzem nur ein kleines, provisorich errichtetes Kreuz. Weil der Berg aber so schön und ein bergsteigerisch lohnendes Ziel ist, hat sich die Jungbauernschaft/Landjugend Neustift entschlossen, auf ihm ein solides Gipfelkreuz zu installieren. Da ich bei so einem Projekt immer schon mit dabei sein wollte und auch Mitglied der Jungbauern bin, war für mich sowieso gleich klar, dass ich da mitgehe und helfe.

Hohes Engagement beim Zeitplan

Als der Entschluss gefasst war, machten sich die Mitglieder der Jungbauernschaft/Landjugend Neustift daran ein Kreuz zu entwerfen, zu bauen und so vorzubereiten, dass die Einzelteile auf den Rücken der Träger transportiert werden können. Gut, dass zwei junge Burschen bei den Jungbauern dabei sind, die Zimmermann gelernt haben. Sie haben sich besonders emsig an die Arbeit gemacht und dank ihnen ist dann nur ein dreiviertel Jahr von der Idee bis zur Umsetzung vergangen.

Tag X für die Mission „Gipfelkreuz Aufstellen“

Am 21. August 2021 konnte es schließlich losgehen. Es war einer der wenigen stabilen Tage in diesem Sommer und war gut gewählt für die Mission „Gipfelkreuz Aufstellen“. Um 7:00 Uhr in der Früh auf der Nürnberger Hütte waren wir startbereit. Schon am Tag zuvor sind unsere Werkzeuge und das Material mit der Lasten-Seilbahn bis zur Hütte hochgebracht worden. Eine Erleichterung, aber der Großteil der Arbeit musste ohne maschineller Unterstützung, mit vollem körperlichen Einsatz und Trage-Kraxen erledigt werden. Sie waren mit Teilen des Kreuzes, Werkzeugen, Eisen und Stahl zur Stabilisierung und Verankerung des Kreuzes beladen. Jede dieser Kraxen hatte ein Gewicht zwischen 20 und 25 Kilogramm. Trotzdem, die jungen Frauen und Männer der Jungbauernschaft/Landjugend und der Nürnberger Hütte waren früh morgens schon voll motiviert. Erklärte Zielsetzung war, dass man das Kreuz so schnell wie möglich auf den Gipfel trägt und aufbaut.

Anstrengung die belohnt wird

Mühsam aber wunderschön gestaltete sich der Aufstieg, bei dem über 800 Höhenmeter bewältigt werden mussten. Vorbei am Freiger See gingen wir über Schneefelder und teils steilem Gelände auf den Gipfel vom Roten Grat. Bei dem dreistündigen Anmarsch haben wir uns beim Tragen der Materialien gut abgewechselt, sodass nicht immer die selben Leute die schwersten Teile tragen mussten. Das hat wunderbar funktioniert und am Gipfel angekommen haben wir uns erst einmal eine verdiente Verschnaufpause gegönnt. Belohnt wurden wir mit einem Ausblick auf das Zuckerhütl, Wilder Freiger und Becherhaus. Die Arbeit war für diesen Tag aber noch lange nicht erledigt, das Kreuz musste ja schließlich noch zusammengebaut werden bevor wir es aufstellen und verankern konnten. Bis das neue Gipfelkreuz das Alte wirklich ablösen konnte, dauerte es dann noch bis 15:00 Uhr am Nachmittag. Ein langer Arbeitstag auf über 3.000 Metern Höhe.

Harter Tag, der in positiver Erinnerung bleibt

Müde aber stolz es geschafft zu haben, endete der harte und lange Tag erst nach dem Abstieg über die Nürnberger Hütte, wo wir noch einmal eine wohltuende Stärkung bekommen haben, um 20:30 Uhr nachts im Tal.

Es war eine tolle Erfahrung beim Aufstellen eines Gipfelkreuzes mit dabei zu sein und die Strapazen waren schnell vergessen. Was einem in Erinnerung bleiben wird, sind die Kameradschaft, das gegenseitige Helfen und die großartige Unterstützung aller Handwerker, der Nürnberger Hütte und der Gemeinschaft der Jungbauernschaft/Landjugend Neustift.