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Langsam, aber doch schleicht sich der Lenz ins Lande – alles sprießt, wächst, kreucht und fleucht. Nur selbst ist man geplagt von Frühjahrsmüdigkeit, Antriebslosigkeit und Trägheit.

Und wer ist Schuld? Genau, der Säure-Basen-Haushalt in unserem Körper. Der warmhaltende Winterspeck – sorgsam über die Wintermonate mit Fett und Zucker angefuttert – fordert seinen Tribut, das heißt wir sind „übersäuert“. Um wieder in Schwung zu kommen und fit durch den Frühling zu tanzen, bedarf es nur ein paar grüne Mitbewohner aus dem Garten oder von der Wiese.

 

 

 

 

Und hier kommen die Hauptakteure unserer regionalen Frühjahrskur:

uli eigentler-lowredeyes-brennnesselBrennnessel

Die Brennnessel ist ein Tausendsassa in allen Belangen – in der Naturheilkunde findet sie Anerkennung als Blutreiniger, Energizer für Leber, Magen und Darm und auch bei Rheuma soll sie ihrem Namen alle Ehre machen.

Was natürlich bei vielen an erster Stelle steht, ist die Kulinarik: die getrockneten Samen ins Brot, aufs Müsli oder im Salat, die Blätter als Spinat, im Risotto, als Chips oder ganz banal als Tee.

Und weil hier eh keine Kinder mitlesen: in sexuellen Belangen hält sich die Brennnessel auch nicht zurück. Der Genuss der Samen animiert zum Beischlaf und im alten Rom gab es ganz gerne bei den lustigen Orgien mal einen Klatscher mit der Brennnessel-Rute auf den Po… für die Libido und so ;-).

 

 

 

 

 

 

 

 

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Löwenzahn

Auch der Löwenzahn hat einiges drauf: mit seinen Bitterstoffen ist er DAS Frühlingskraut um den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Heißt geliebt und viel verarbeitet schmeckt er als falsche Kapern, im wilden Caprese oder als Löwenzahnhonig. Dem Kaffee aus den gerösteten Löwenzahnwurzeln kann man als Kaffeetrinker allerdings nicht viel abgewinnen.

Auch als Orakelpflanze wurde er früher missbraucht: man blase – natürlich möglichst fest – die gefiederten Samen weg – die, die am Blütenboden hängen bleiben, repräsentieren die Anzahl der Sünden, die man hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schafgarbe

Die Schafgarbe ist ein richtiges Allround-Talent und sollte deswegen in keiner Kräutertee-Mischung fehlen. Sie ist das Frauenkraut schlechthin und als Allheilmittel mit der Kamille zu vergleichen – anders als die Kamille, die in Kulturen gezogen werden kann, wächst die Schafgarbe nur dort, wo es der Dame genehm ist.

Durch ihre Bitterstoffe fördert die Schafgarbe die Verdauung und vor allem die jungen Blätter schmecken frisch vorzüglich in Aufstrichen, Suppen, Smoothies und Salaten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Gundelrebe

Die Gundelrebe oder Gundermann ist sowohl in der Wildkräuterküche vielseitig anwendbar im Parfait, Salat, Aufstrich oder als Wiesen-After-Eight (Blätter in dunkle Schokolade tauchen) als auch in der Heilkunde als Tee äußerlich bei schlechter Haut und innerlich bei chronischem Husten und Schnupfen. Verwenden sollte man das Kraut wenn möglich frisch – es wächst das ganze Jahr, auch unter Schnee.

Ein bisschen Esoterik darf natürlich auch nicht fehlen: als Pflanze ist sie extrem anpassungsfähig und wächst, wenn man die lässt steil nach oben, wenn es die Gegebenheiten nicht so gut mit ihr meinen, wächst sie kriechend am Boden entlang – deswegen sollten Menschen, die sehr aufbrausend oder überheblich sind, sich dieses Kraut in die Haare binden, dass sie wieder herunter kommen und jene, die sehr schüchtern und introvertiert sind, verhilft sie zu mehr Selbstvertrauen.

 

 

 

 

 

 

 

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen kommt praktisch überall vor und verwechseln kann man es eigentlich auch mit nichts. Es schmeckt am besten frisch im Salat oder auf dem Brot, aber auch getrocknet im Tee. Die enthaltenen Seifen-, Bitter- und Gerbstoffe sind bestens geeignet, der Übersäuerung entgegenzuwirken.

Das Gänseblümchen steht für Fruchtbarkeit und Neuanfang und die ersten drei, die man im Jahr findet, soll man essen, um das ganze Jahr Glück zu haben. Der Legende nach ist das Gänseblümchen aus den Tränen von *hier bitte Lieblingsheilige oder -göttin einsetzen* (Maria, Helena, Freya, …) entstanden.

Achja: manchmal ist ja das Gänseblümchen an den Blütenblättern pink, das ist, wenn ihm zu kalt ist – putzig, oder?

Die Fotos dienen nicht zur Pflanzenbestimmung, auch die Ver- und Anwendung der Pflanzen liegen in der eigenen Verantwortung.

Frühlingshafter Elan-Trunk (2 Gläser):

  • 0,5 l Buttermilch
  • 1 Banane
  • 1 Apfel
  • 1 Handvoll wilde Frühlingskräuter (Gänseblümchen, Löwenzahnblätter, Brennnesselblätter und wenige Blätter Gundelrebe und Schafgarbe)
  • nach Geschmack Gewürze wie Zimt, Vanille, Kardamon, Piment…

So geht‘s:

Alle Zutaten in ein Rührgefäß geben und mit dem Pürierstab mixen – ein Hinweis: man kann das natürlich auch mit einem Standmixer machen :-).

Auf die Gläser verteilen und mit Blüten garnieren. Wohl bekomm‘s!

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