Kaum ein Tal bietet eine derartige Menge und Vielfalt an Klettersteigen für Einsteiger und Profis wie das Stubai. Aufgrund seiner hochalpinen Schönheit und optimalen Bedingungen gilt das Stubaital als ein Dorado für Klettersteiggeher. Neben den Klettergärten und Klettersteigen gibt es im Stubaital einige bohrhakengesicherte Mehrseillängenrouten. Darüber hinaus kann das Stubaital mit sehr anspruchsvollen alpinen Kletterrouten punkten.

Mit dem vielseitigen Kletterangebot unterstreicht das Stubaital seine Alpinkompetenz. Es ist seit jeher eng mit dem Bergsport verbunden, was sich auf historische Berichte erster Alpinisten zurückführen lässt. Die traditionsreichen Ortschaften, die aus dem Bergbau entstanden und noch immer für die Erzeugung Bergsportartikel mit Weltruf bekannt sind sowie die einheimischen Bergführer und Hüttenwirte zeugen von dem Stellenwert, dass das Erlebnis in Berg, Fels und Gletschereis hat.

Senkrecht nach oben

14 Steige in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden leiten durch zerklüftete Gebirgszüge aus Kalkstein und kristallinen Granitfelswänden. Das Reich der Kalkögel, gerne auch Nordtiroler Dolomiten genannt, hält mit dem Ochsenwand-Klettersteig eine konditionell recht anspruchsvolle Tour mit atemberaubenden Ausblicken bereit. Wem die Besteigung der Großen Ochsenwand zu wenig ist, der kann sie mit einem zweiten, mittelschweren Steig auf den Steingrubenkogel verbinden.

Einen der ältesten Klettersteige im Stubaital finden Bergsportler im Bereich der Elferbahnen. Am Hausberg Neustifts führt der Elferkogel-Steig entlang des Felskamms der Elferspitze. Er bietet reichlich steile und luftige Passagen sowie eine beeindruckende Ansicht auf die Gipfel des Pinnistales, unter anderem auf die Ilmspitze, wohin ebenfalls ein Klettersteig führt.

Die Elferkogel-Route lässt sich perfekt mit der klassischen Route Elfer Nordwand verbinden. Zur beliebtesten Stelle der Kletterer hat sich über die Jahre das Gebiet rund um die Mittelstation der Stubaier Gletscherbahn oberhalb der Dresdner Hütten entwickelt. Vor allem die Klettersteige Fernau und Fernau Express – gleichzeitig eine der schwierigsten Steiganlagen Österreichs – fordern Bergsportler. Der sonnige Kletterpark ist bei Einsteigern beliebt, die an drei kurzen Übungsklettersteigen Erfahrungen sammeln. Die neun Sportklettertouren im griffigen Fels faszinieren hingegen Freeclimber.

Klettererlebnis in Hüttennähe

Einige der höher gelegenen Hütten des Stubaitales sind nicht nur Ausgangspunkte oder Talstationen bei ausgedehnten Bergtouren, sie bieten mit kurzen und spannenden Klettersteigen zusätzliche Angebote, die alpine Vielfalt zu erkunden. Nur zehn Minuten von der Nürnberger Hütte befindet sich eine schöne genussreiche Ferrata inmitten eines kleinen Klettergartens. Weitere Hüttenklettersteige sind bei der Innsbrucker Hütte, der Franz-Senn-Hütte oder der Sulzenauhütte angelegt. Darunter sehr abenteuerliche Steige wie der Übungsklettersteig WildeWasser nahe der Sulzenauhütte. Er führt über einen Gebirgsbach und kann mit einem Flying Fox kombiniert werden. Der Höllenrache-Steig bei der Franz-Senn-Hütte wird sogar teilweise unterirdisch knapp über einem Wildbach begangen.

Einkehren am Weg 

Bewegung an der frischen Luft und Genuss am Teller gehört zum Stubaital wie der Karabiner zum Klettersteig. Was der Duft der Almkräuter und Wiesen von der Einkehr verspricht, wird bei zünftigen Brettljausen mit frisch gebackenem Bauernbrot, herzhaftem Speck und Käse eingelöst. Dampfende Knödel in vielerlei Variationen, Käsespätzle, süße Strudel und hausgemachte Kuchen und zum Abschlussein feuriges Schnapserl machen die müden Beine wieder munter.

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Ein Österreichisches Nationalgericht darf auf den mehr als 60 Stubaier Hütten und Almen nicht fehlen: Der Kaiserschmarren und zwar in ganz hervorragender Qualität! Zweimal – 2015 und 2018 – holte man den Guinness Weltrekord für den größten Kaiserschmarren ins Stubaital. 309 Kilogramm der flaumigen Mehlspeise wurden für einen guten Zweck verkauft und verspeist.

Bildnachweise: TVB Stubai Tirol, H. Zak, A. Schönherr

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