Am 28. Mai 2007 hat der erste Adventurepark Tirols in Fulpmes im Stubaital seine Pforten geöffnet. Wo einst nur Wald und kleinere Steige waren, sind ausgeklügelte Hindernis-Parcours mit Holzplattformen, Drahtseilen und Leitern zwischen den Bäumen installiert worden. 60 Übungen konnten zu Beginn bereits absolviert werden. Ralph Dittmar hat dieses Konzept in der Schweiz kennen gelernt und war überrascht, dass es so etwas im touristisch hoch entwickelten Tirol noch nirgends gegeben hat. „Das Gelände mit seinem natürlichen Gefälle und den waldigen Kuppen ist perfekt. Es ermöglicht einen niedrigen Einstieg in die Übungen und einen raschen Anstieg in die Höhe. Zudem hat mich die Lage der Location im Wald nahe zur Hauptstraße mit Anbindung an den öffentlichen Linienverkehr sofort begeistert.“ Für den Waldseilpark, wie Ralph ihn nennt, also der ideale Standort.

Klassische Hochseilgärten bieten geführte Touren an und geben außerdem meistens ein Zeitlimit vor. Das ist im Adventurepark ganz anders! Geführte Touren werden auf Anfrage zwar auch gemacht, sind aber nicht zwingend nötig. Nach einer kurzen Einweisung durch die Mitarbeiter können die Parcours selbständig begangen werden. Und das so lange man möchte, Zeitlimits gibt es nämlich nicht. Sieben Monate am Stück – von Mitte April bis Ende Oktober – ist der Park täglich geöffnet und zwischen 10.00 Uhr und 19.00 Uhr kann man sich nach Lust und Laune an den mittlerweile 13 Parcours mit über 130 Übungen auspowern. „Besser als jedes Fitness-Center“, bestätigt Ralph lächelnd nachdem er die einzigartigen Besonderheiten des Adventureparks, die ihm von Anfang an wichtig waren, aufgezählt hat.

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An erster Stelle steht für den gelernten Zimmerer und Bautischler aber auch ganz klar die Sicherheit der Besucher. Alle Plattformen und Hindernisse hat er selbst entworfen, mitgebaut und vom TÜV prüfen und zertifizieren lassen. Die Kletterer bekommen ausschließlich Kombi-Gurte, die auch von Industriekletterern verwendet werden, und sie müssen einen Helm tragen. Vor Antritt der Parcours gibt einer der acht Guides an einem kleinen Übungsparcours genaueste Instruktionen zur Handhabung der Karabiner und Rollen mit denen man sich an den Stahlseilen einhängt.

Auch ich habe bei meinem letzten Besuch so eine Schulung bekommen und mich dann zu einer ehrgeizigen Mission aufgemacht. Ich wollte alle 13 Parcours und 130 Übungen an einem Tag absolvieren!

Was mich beim Betrachten des Waldseilparks immer so beeindruckt ist, dass die Holzkonstruktionen und Seile an den Bäumen durchwegs schonend angebracht worden sind. Die Anbauten sind nämlich allesamt geklemmt und nicht an den Baum genagelt oder geschraubt worden. Das heißt die Stämme können ungehindert weiter wachsen und die Übungen bei Bedarf angepasst oder einfach nachjustiert werden.

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Die Parcours sind in drei Schwierigkeitsgrade unterteilt. Sie sind ähnlich wie man es von den Skipisten her kennt aufgebaut: es gibt gelbe (leichte), blaue (mittelschwere) und rote (schwere) Strecken. Eine ist sogar so schwer, dass sie eine eigene schwarze Klassifizierung bekommen hat.

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Als ich dann die ersten paar gelben Parcours erfolgreich absolviert habe und zu den roten gewechselt bin, schwante mir bereits, dass ich es heute wohl nicht mehr schaffen werde meine ehrgeizige Mission zu Ende zu bringen. Es war allerdings schon kurz vor fünf Uhr und ich konnte den Wald vor lauter Seilen, Reifen, Netzen, Röhren und anderen tollen Hindernissen nicht mehr sehen. Es gab einfach noch so viel zu entdecken: eine Fahrt mit dem Snowboard im Baum und auf einer Boje, ein Sprung ins Spinnennetz, ein paar Flying Foxes, … Das alles musste ich unbedingt noch machen.

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Allerdings wurde mein Übermut von der sich anbahnenden Müdigkeit dann doch noch gebremst. Daraufhin habe ich mir in der Kraxl Hütte eine kurze Auszeit plus kleiner Stärkung gegönnt. Die Kraxl Hütte ist das Gasthaus im Adventurepark, das ausschließlich Speisen aus Stubaier Produkten anbietet und auch für private Feierlichkeiten gemietet werden kann. Leider hat mich die Pause meinem Ziel dann nicht mehr näher gebracht. Ich hätte mir den schwarzen Parcours für ein andermal sparen sollen…

Ralph’s Idee eine Attraktion für jedermann zu schaffen ist aber definitiv Wirklichkeit geworden.
Kinder, die noch zu klein zum Klettern sind, sind am Spielplatz bestens aufgehoben und Partner, die nicht schwindelfrei sind oder denen die Parcours zu anstrengend sind, werden in der Kraxl Hütte super bedient. Darüber hinaus haben Zweirad-Liebhaber die Möglichkeit in der angeschlossenen Bike-Akademie die richtige Fahrtechnik im Gelände zu erlernen und daran zu feilen. Für Firmen, Unternehmen und Klubs ist der Adventurepark auch noch interessant, denn hier können die von Ralph eigens entwickelten und geleiteten Teambuilding-Programme gebucht werden.

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