Zur Stubaier Tracht gibt es zwei Schürzen: Die blaue Schürze als Arbeitsschürze für den Alltag. Die goldene Schürze ist die Festtagsschürze für Feiertage.

Für die blaue Alltagsschürze nimmt man einen Baumwollstoff – eine Naturfaser mit Tradition – blauen Stoff mit Baumwolldruck in traditionellem Modelmuster.

Die Festtagsschürze ist aus kostbare Seide. Am besten 100 % Naturseide, denn der besondere Griff und das unverwechselbare Rauschen reiner Seide sind durch kein anderes Gewebe zu ersetzen.

 

 

 

 

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1. Zuschnitt

 

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2. Fertigungsschritte

Zwei Möglichkeiten der Vorbereitung zum Reihen:

  1. Obere Kante versäubern, ca. 5 cm des Schürzenstoffes umbiegen und niederheften (muss beim Stoffeinkauf berücksichtigt werden)
  2. Auf die linke Schürzenseite ein farblich passendes Viskosefutter anbringen und in 10 cm Abständen niederheften (kein Verrutschen)

Schürzenteile in der Mitte mit Hohlheftstich zusammenheften (bei einfacher Stoffbreite), dabei genau auf das Muster achten – Schürzenmuster muss fortlaufend weitergehen – Musterrichtung! Anschließend zusammennähen

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Reihen: es gibt auch hier 2 Möglichkeiten:

  1. Regelmäßige Stehfalten
  2. Unregelmäßige Stehfalten:
    3 mm – 4 mm große Stiche, die in der folgenden Reihe nicht exakt übereinander liegen – sie sind unregelmäßig
  •     Reihlinien mit Schneiderkreide anzeichnen
  •     5 – 6 Reihlinien

 

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Fertige Schürzenbreite: Schürze soll etwa 3 cm – 4 cm über die Seitennähte reichen

Taillenweite : 3 = __________ + 6 cm

Seitlich einen schmalen Saum arbeiten, säumen

Bänder:  

  • Bänder rechts auf rechts zusammennähen, in der Mitte der Bänder die Schürzenbreite offen lassen
  • An den Anfängen werden die Bänder abgeschrägt
  • Bänder verstürzen, sorgfältig ausheften und bügeln

Bänder auf die Schürze setzen, an der linken Seite ansäumen

Tracht anziehen, Latz sorgfältig schnüren und die Schürze richtig und sorgfältig binden

  • Rocklänge mit dem Rockabrunder abgleichen
  • Schürzenlänge 2 – 4 cm kürzen
  • Rock an der abgerundeten Linie mit Nahtzugabe abschneiden und mit dem Kittelblech verstürzen
  • Dazu das Kittelblech rechts auf rechts aufsteppen, Nahtzugaben auseinander und dann in Richtung Rock bügeln.
  • Das Kittelblech ca. 3 cm vorstoßen lassen, heften und das Kittelblech wie einen Rocksaum ansäumen
  • Die Schürze wird an der abgerundeten Stelle umgebügelt und ebenfalls gesäumt

Schürzenlänge: Die Schürze soll 2 – 3 cm kürzer sein als der Rock

Die Schürze wird an der abgerundeten Stelle umgebügelt und ebenfalls gesäumt

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ZUBEHÖR/ACCESSOIRES

Bluse:

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Schuhe: Es muss nicht unbedingt ein federkielgestickter Trachtenschuh sein, ein schlichter, schwarzer Glattlederschuh mit flachem Absatz bis höchstens 5 cm passt am besten

  • keine Schuhe mit Fesselriemchen oder Pumps mit Bleistiftabsätzen

Strümpfe: Die Farbe der Strümpfe soll weiß sein, oder eine einfache schwarze Seidenstrumpfhose

Trachtenunterrock: für die Tracht unerlässlich

Frisur: Es muss nicht unbedingt ein Zopf oder Knoten sein, aber die schönste Lockenpracht oder „Haflingermähne“, die ins Gesicht hängt, ziert keine Trachtenträgerin, wenn die Haarpracht nicht durch Zusammenbinden oder Aufstecken gebändigt wird.

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Besonderheit:

Trauerflor

Ein schwarzer Trauerflor wird mit einem Silber- oder Holzring um den Hals getragen – er symbolisiert die Trauer um den Verlust von Südtirol.

Schmuck: Trachtenschmuck oder einfacher Goldschmuck; Perlenketten sind unpassend.

Seidentuch: Wird ein Seidentuch zur Tracht oder Dirndl getragen, muss es farblich zu Schürze und Mieder passen. Es soll nicht zu groß und nicht mit langen Knüpffransen sein.

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Frontansicht bearbeitet

 

Die Tracht ist nicht irgendein Gewand,

sondern Ausdruck des Heimattales oder –

Dorfes und soll als solche auch mit entsprechender

Haltung und Würde getragen werden.

Erst die Harmonie von Trägerin und

Tracht bringt die innere Einstellung und damit das

Bekenntnis zur Heimat zum Ausdruck.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: ©TVB Stubai Tirol, ©Schneiderei Maria
Textquelle/Zeichnungen: ©Karin Sykora (LLA St. Johann)

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