TVB Stubai Tirol_Max Draeger_Mountainbike (9)

So. Wir haben die Techniktipps vom letzten Blogartikel alle befolgt. Das heißt die Sattelstütze des Mountainbikes ist eingestellt, die Fahrradreifen und ihr Druck auf die Strecke abgestimmt. Auch die Grundposition, die man am Fahrrad am besten einnimmt, haben wir verinnerlicht. Alles in allem startklar für Ausfahrten auf den Radstrecken des Stubaitals. Zumindest wenn es um das Radeln in der Ebene geht. Was man beim Bergauf-Treten und bei den Abfahrten, insbesondere beim Bremsen, beherzigen sollte, verrate ich euch heute in meinem zweiten Blog zum Thema Tipps & Tricks beim Mountainbiken.

Treten, treten, treten – die Trittfrequenz

3000 Watt, großes Blatt? Generell ist es in jedem Fall effizienter, die Trittfrequenz – besonders bei steilen Passagen – weitgehend zu erhöhen. Die Wohlfühltrittfrequenz ist bei vielen Fahrern, besonders bei Anfängern, mit rund 60 Umdrehungen pro Minute oft recht niedrig. Aus sportwissenschaftlicher Sicht darf diese ruhig raufgeschraubt werden. Um die 70 bis 80 Umdrehungen pro Minute eignen sich ideal, um das perfekte Verhältnis von Herzfrequenz und maximaler Sauerstoffaufnahme zu erreichen. Wer müde ist und sich ausruhen möchte, der erhöht die Trittfrequenz auf mindestens 90 Umdrehungen pro Minute.

Auch wenn das am Anfang noch etwas ungewohnt ist, der Körper stellt sich recht rasch auf den neuen Bewegungsablauf ein. Trittfrequenzübungen lassen sich gut ins Training einbauen.  Mal 60, mal 70, mal 80, 90 ,100… Umdrehungen pro Minute im Wechsel ausprobieren. Wer keinen smarten Computer und Trittfrequenzmesser zur Hand hat, der die Umdrehungen anzeigt, der zählt am besten 60 Sekunden lang selbst mit, um grob abzuschätzen, in welchem Bereich man sich befindet. Wer zusätzlich noch den Rumpf regelmäßig trainiert, erleichtert auch die Steuerung der Trittfrequenz. Ein gut trainierter Rumpf sorgt für eine optimale und ökonomisierte Kraftübertragung auf die Pedale

Mit dem Blick nach vorne – Kurvenfahren und Abfahren

Einer der besten Tipps beim Mountainbiken ist – im wahrsten Sinne des Wortes – vorrausschauend zu fahren. Denn wenn der Blick und der Kopf die Bewegung einleiten, folgt auch der ganze Körper. Fahrt man eine enge Kurve, sollte der Blick Richtung Kurvenende gehen. Das vorausschauende Fahren ermöglich es nicht nur schneller, sondern auch sicherer zu fahren.

Fährt man in eine Kurve ein, sollte man schon vorher oder ganz am Anfang beginnen zu bremsen. Eine Kurve wird immer ganz außen angefahren. Wenn man die optimale Geschwindigkeit erreicht hat, Kopf und Blick nach vorne gerichtet sind, lehnt man sich in die zu fahrende Kurve rein. Hierfür richtet man die Hüfte und die Schulter in die entsprechende Richtung aus. Während dem Einlenken den kurveninneren Arm strecken und das Gewicht auf den äußeren Fuß verlagern. Dadurch findet der Reifen einen besseren Halt auf dem Untergrund. Auch der Rumpf sollte nun etwas an Spannung gewinnen, damit eine stabile Körperhaltung bewahrt werden kann. Das Mountainbike befindet sich nun in einer leichten Schräglage.

Wird man beim Bergabfahren mit einem technischen Abschnitt überrascht, sollte man sich in „Angriffsposition“ begeben. Das heißt man positioniert seinen Körperschwerpunkt ungefähr in der Mitte des Fahrrads, Arme und Beine bleiben entspannt, der Kopf ist gerade und die Ellbogen sind nach außen gedreht. Diese neutrale Position ist am besten geeignet um beim Bergabfahren stehend und stabil zu fahren. Je öfter der Körper das Kurvenszenario durchgespielt hat, desto vertrauter und einfacher wird der Ablauf. Stetige Übung macht den Meister.

Den Schwung rausnehmen – so bremst man richtig

Für Kontrolle und Sicherheit auf den Trails und Forstwegen ist das richtige Bremsen unheimlich wichtig. Beim richtigen Bremsen wird erstmal nur der Zeigefinger auf den Bremshebel gelegt, die restlichen Finger bleiben am Lenker. Das Ziel ist es durch sachte Beugung der Zeigefinger langsam zu bremsen und nicht zu blockieren. Sollte eine Vollbremsung dennoch einmal nötig sein, den Körperschwerpunkt nach hinten verlagern. Die Vorderbremse ist für den Großteil der Bremsleistung verantwortlich und verspricht demnach auch die meiste Kontrolle beim Bremsvorgang. Durch ein gleichmäßiges Anbremsen des Vorderrades wird die Bremsbewegung eingeleitet.

Die Bremse ist ein unersetzliches Bauteil am Fahrrad. Deshalb ist es extrem wichtig, dass die vorderen und hinteren Bremsen vor jeder Fahrt immer auf ihre Funktionalität getestet werden. Man sollte immer dosiert und niemals ruckartig bremsen. Dieses dosierte Bremsen sollte auf nicht zu steilen Abschnitten und möglichst vielen Untergründen gut geübt werden. Es schadet auch nicht, wenn man sein Bike regelmäßig von einem Fachmann bei einem jährlichen Service begutachten lässt.

Wenn alles gecheckt ist, heißt’s nur noch: genügend Wasser und Verpflegung einpacken, die Sonnencreme nicht vergessen und ab auf die Stubaier Mountainbike- und Radwege!