Das Stubaital ist mit seinen wunderschönen Bergen der schönste Platz der Welt. Viele Einheimische schätzen ihre Heimat und viele Gäste kommen jedes Jahr sowohl im Sommer, als auch im Winter, um diese schönen Berge zu bewundern. Auch ihre Namen haben irgendwo ihren Ursprung. Manche sind einfach zu erklären, manche nicht so einfach. Wir begeben uns auf Spurensuche…

Die Stubaier Alpen sind laut dem Alpenvereinsführer in 15 größere Untergruppen unterteilt, in denen sich wiederum sehr viele völlig unterschiedliche Gipfel befinden. Die Berge unterscheiden sich nicht nur in Form, Höhe und Bestandsmaterial, sondern auch in deren Namensgebung.

Die Namen mancher Berge rühren aus so mancher längst vergangener Stubaier Zeit, in der noch Bergbauerntum und Landwirtschaft die bestimmenden Wirtschaftszweige des Stubaitales waren. Ich habe mir heute zwei besondere Gipfel ausgesucht, deren Namen mich schon immer fasziniert und begeistert haben.

Der hohe Burgstall ist als markanter Berg hoch über Neustift auch ein viel begangener und Teil der Stubaier Seven Summits. Aber warum Burgstall? Noch dazu ein hoher und ein niedriger? Wie bei den meisten Bergen tun sich die Analysen zur Namensgebung recht schwer. Ich bin in diesem speziellen Fall aber in einem Buch über das „Stubeithale“ aus dem Jahr 1891 fündig geworden. Der Autor beschreibt diesen interessanten Namen des Bergkammes als möglicherweise einem Schloss oder einer Burg zugehörig, die in vergangenen Jahrhunderten großen Besitz im Stubaital innehatte. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich der Name aus einem rein nützlichen Umstand aus früherer Zeit ableitet. Das Wort „burstall“ oder „buristall“ beschrieb früher einen weit vom jeweiligen Bauernhof entfernten Weideplatz. Da man im Stubaital bei weiten Entfernungen vom Heimathof zwangsläufig irgendwo auf Bergeshöhen sein muss, kommt hier nur ein im Gebiet der heutigen Starkenburger Hütte gestandener Weideplatz mit zugehörigem Stall infrage. Tiere aller Art wurden heute wie früher auf den Almen gehalten, manche in höheren Lagen wie Ziegen und Schafe, manche in tieferen Lagen wie die Kühe. Daher wird wohl auch die Unterscheidung und Namensgebung vom „hohen“ und vom „niederen“ Burgstall gekommen. Wer hätte damit gerechnet…

Der zweite Berg, den ich mir für meine Namensrecherche ausgesucht habe, liegt genau auf der gegenüberliegenden Seite des Tales. Der Elfer und der Burgstall können sich sozusagen 24 Stunden am Tag anschauen. Der Elfer ist der Hausberg der Neustifter, der schon in alten Volksliedern wie im heute noch bekannten und oft gesungenen: „Drein im Stubaital, da steht die Elferwand“ seine Erwähnung findet. Der Name des Elfers, der sich in Elferspitze, Elferkogel und noch vielen weiteren kleineren Felsformationen unterteilt, hat sich bei den Neustiftern aus einem rein praktischen Zweck entwickelt. An einem sonnigen Tag steht die Sonne genau um 11:00 Uhr hinter den Dolomitzacken des Elfers. Somit war und ist der Berg bis heute eine natürliche Sonnenuhr. Ganz ähnlich verhält es sich beim Bruder des Elfer, dem Zwölfer, der genau daneben liegt. Seit vielen Jahrhunderten orientieren sich die Einheimischen an der natürlichen Genauigkeit des Berges, was die Uhrzeit betrifft. Ganz nebenbei besticht der Elfer und auch der Zwölfer mit seiner wunderschönen umliegenden Landschaft und der schönen Aussicht am Gipfel.

Mit diesen Bergen ist die Geschichte der Namensgebung der Stubaier Berge sicher noch nicht zu Ende erzählt. Wer weiß, vielleicht kann uns ja der eine oder andere von unseren Lesern berichten, woher der Name eines unserer schönen Stubaier Berge kommt. Wir würden uns sehr freuen.

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