wandern-tirol-sommer-urlaub

Es ist jedes Jahr wieder etwas Besonderes, das Obenstehen auf dem Gipfel. Es fühlt sich an, wie wenn es das erste Mal wäre, und doch ist es altbekannt. Der erste Gipfel nach der Winterpause ist wie das Heimkehren auf jene Höhen, in denen man sich erst richtig wohl fühlt.

Lang war sie, die Winterpause. Auch wenn man im Winter ein paar Mal mit den Tourenskiern unterwegs war, brennt man im Sommer wieder richtig auf das Bergsteigen. Wir haben in diesem Jahr die erste Tour auf einen Stubai Seven Summits festgelegt. Die Serles sollte es sein – vom Kloster Maria Waldrast aus. Eine eigentlich recht einfache Tour mit einer Gehzeit von 2,5 – 3 Stunden. Da die Serles, der „Hochaltar Tirols“, wie sie einst schon von Goethe genannt wurde, ein sehr beliebter Berg ist, erwarteten wir nicht, die einzigen am Gipfel zu sein. Der Parkplatz bei Maria Waldrast schien unsere Annahme zu bestätigen. Wir machten uns bereit, nahmen noch einen kräftigen Schluck aus der Heilwasserquelle und starteten unseren Aufstieg.

Serles 4

Gipfelsieg auf der Serles

Anfangs führt der Weg stärker ansteigend durch die Wälder rund um Maria Waldrast, bevor man sich nach ca. 20 Minuten in einem schier endlos wirkenden Latschenfeld rund um die Serles befindet. Da es sich um einen sehr trockenen Berg handelt, findet sich auf der gesamten Strecke keine Möglichkeit, die Wasserflasche aufzufüllen. Es gilt daher, viel Flüssigkeit mitzunehmen, da es speziell in den Latschenfeldern bei starker Sonneneinstrahlung sehr heiß werden kann. Nachdem wir die Latschenfelder hinter uns gelassen haben, öffnet sich ein immer mehr ansteigender Kessel, den wir durchqueren müssen und an dessen höchster Stelle sich das Serlesjöchl befindet. Dort genießt man einen grandiosen Rundblick vom Eingang des Stubaitales bis zum Stubaier Gletscher und auf der anderen Seite in das Wipptal bis ins Navistal und die umliegenden Berge wie den Blaser.
Als nächstes liegt die Schlüsselstelle vor uns: Eine kurze Leiter und dahinter ein seilversicherter Abschnitt, der schon einiges an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Nach diesem kurzen Stück steht die letzte Etappe, der Anstieg über die „Schöderreisn“, an. Die Einheimischen nennen so einen Abschnitt, der von viel lockerem Gestein geprägt ist. In Serpentinen geht es ca. 30 Minuten weiter bergauf, bevor wir hinter einer Kuppe schon das Gipfelkreuz erblicken. Nach weiteren 2 Minuten stehen wir dann am Gipfel, der nicht zu Unrecht für seinen atemberaubenden Ausblick berühmt ist. Mit uns genießen noch ein paar andere Wanderer und ein paar Raben das Gipfelglück.

Wir sind müde, aber auch zufrieden, dass der Anfang in den Bergsommer 2017 gemacht ist und auch der Seven Summits Pass wieder um einen Stempel reicher ist. Nach einer kleinen Stärkung geht es dann wieder zurück über den Aufstiegsweg zum Kloster Maria Waldrast. Wir sind uns sicher – das wird nur der Anfang für diesen Sommer sein – denn die Lust aufs Bergsteigen ist zweifelsohne wieder geweckt.

back