Und ja, wir hätten gern auch noch alle Variationen dazwischen, denn wenn wir auf Reisen sind, dann möchten wir die lokale Essenskultur in allen Facetten erleben – die feinen und die bodenständigen. Das halten ich und meine meiner Familie überall auf der Welt so, also auch im Stubaital in diesem Frühling.

Feine, lokale Küche im Forsters Naturresort

Da wir während unseres Trips in den Frühlingsschnee im wunderschönen Forsters Naturresort der Familie Gleirscher in Neustift wohnen, kommen wir in den Genuss der „R50-Philosophie“ des Hauses. Das Forsters verwendet nämlich für seine ausgewählten Speisen vor allem regionale Lebensmittel, die im Umkreis von 50 Kilometer hergestellt werden. Die Leidenschaft für Tradition und kulinarische Vielfalt, die dahinter steckt, erahnt man, sobald man die Menü-Karte studiert.

 

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Spätestens als zum abendlichen 5-Gänge-Menü der freundliche Kellner an unseren Tisch tritt, uns die edlen Damast-Servietten anreicht und referiert welche kulinarischen Spezialitäten nebst der dazu empfohlenen Weine uns erwarten, wissen wir – hier wirds sehr fein! Vom frischem Rindertartar über das Forellenfilet aus lokaler Zucht bis hin zum traditionellen Schweinebraten sind die Gerichte im Forsters allein optisch schon ein Augenschmaus. Auf den fein angerichteten Tellern sehen wir viel Liebe zum kulinarischen Detail – und vor allem schmecken wir sie auch! Das tägliche Vorspeisen-Buffet mit mit einer großem Auswahl an frischen Salaten und ein köstliches Käse-Büffet für den gelungenen Abschluss eines Gourmet-Abends machen das tägliche Abend-Menü wunderbar rund. Da bleibt kein Wunsch offen.

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Die Krönung ist für uns jedoch, dass wir statt des Hauptgangs auch ein üppiges Fondue ordern können. „Erwarten Sie noch weitere hungrige Gäste an unserem Tisch?“, das müssen wir einfach fragen, als alle Zutaten herbeigetragen werden. Drei Sorten Fleisch, Backofen-Kartoffeln, Pommes Frites, lecker eingelegtes Gemüse und verschiedenste Dips und Saucen lassen fast keinen Platz mehr für das köstliche Dessert. Aber eine schicke Süßspeise geht natürlich immer noch.

Unser Fazit: Wer ein sehr feines 5-Gänge-Menü aus lokalen Spezialitäten sucht, der kann sich im Forsters Natorresort in Neustift so richtig verwöhnen lassen und einen langen Abend genießen. Wenn man kein Hotelgast ist, ist ein vorheriger Anruf und Reservierung übrigens sehr empfohlen.

Traditionell rustikale Kulinarik im Alpengasthof Schallerhof

Urig und richtig gemütlich! So ist es im Alpengasthof Schallerhof und wir freuten uns sehr auf einen Abend mit traditioneller Hausmannskost. Wir lieben deftiges Essen und die Tiroler Küche bietet ja Gott sei Dank genug davon. Fast wären wir nicht in den Genuss der Schallerhof-Gerichte gekommen, denn die Jagdstube des Gasthofs war für die Woche bereits für mehrere große Gesellschaften reserviert.

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„Wenn ihr am Stammtisch sitzen mögt, dann hätten wir noch ein Plätzchen für euch.“ Der Stammtisch? Sehr gern, denn wir lieben es eben auch urig – und einen urigeren Sitzplatz in einer Nische, mit all den Fotos, Postkarten und Erinnerungsstücken an der Wand, kann man im Schallerhof wohl kaum finden. Allein den Wolpertinger, der uns beim Essen zuschaut, findet das Tochterkind etwas „verstörend“ – grinst aber, während sie dies sagt, ihr ironisches Teeanger-Grinsen dazu.

Die zwei Kellner sind an diesem Abend nur im flotten Laufschritt unterwegs, so viel ist zu tun. Und trotzdem schaffen sie es, freundlich zu bleiben – nur für ein Schwätzchen ist leider wirklich keine Zeit. Wir bestellen traditionelle Hausmannskost: Braten vom Wildschwein und Reh-Ragout. Beides kommt selbstverständlich mit hausgemachten Knödeln und Blaukraut (oder Rotkohl, wie es bei uns in Norddeutschland heißt). Es ist enorm köstlich und am Ende sind wir so satt, dass wir uns den Bauch halten müssen. Nur das Kind, das eine Forelle Müllerin Art hatte, hat noch Platz für einen Nachtisch.

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Als sie den Dessert-Teller leer kratzt, fragt sie mich: „Warum hast Du kein Foto davon gemacht?“. Nun, ich dachte ein Bananen-Spilt wäre jetzt nicht so traditionell Tirolerisch. Daraufhin meint sie: „Das war aber ein Fehler von dir. Dieser Nachtisch war nämlich episch!“.

Irgendwie episch war nach dem üppigen, rustikalen Mahl dann auch der abschließende Enzian. Wir halten uns ja immer gern an die örtlichen Gepflogenheiten, auch wen es um Schnaps geht. Und als wir den wirklich liebenswerten Schallerhof nach einem gelungenen Abend am Stammtisch verlassen, sind wir doch etwas traurig, dass wir in den Genuss eines „bestecklosen Abends“ während unseres Aufenthalts im Stubaital nicht mehr kommen werden. Allein das wären ein Grund (einer von vielen) nach Neustift zurückzukehren.

Unser Fazit: Wer es gern rustikal-traditionell mit einer großen Portion urigen Lokalkolorits mag, der wird den Schallerhof lieben. Eine Reservierung ist auf jeden Fall empfohlen, denn wir haben nur mit Glück einen Tisch im Alpengasthof bekommen. Dies gilt insbesondere für den „bestecklosen Abend“.

Wie schön, dass wir uns nicht zwischen fein und rustikal entscheiden müssen, denn mögen tatsächlich beides. Die Kulinarik einer Region zeigt sich doch vor allem in den unterschiedlichen Varianten, in denen man sie zelebrieren kann. Unsere Devise ist dabei… bloß nichts auslassen.

©Bilder+Text: Nic Hildebrandt

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