Unser Tal trägt einen klangvollen Namen: Stubai. Während andere Täler oft nach ihren bedeutendsten Flüssen benannt wurden (Zillertal, Inntal) bin ich froh, dass die Namensgebung bei uns nicht nach diesem Schema erfolgte. Stubaital klingt einfach viel besser als „Ruetztal“. Ich habe mich deshalb auf die Suche begeben, nach dem Ursprung von „Stubai“. In einer Schrift des langjährigen Fulpmer Ortschronisten Emerich Pittl bin ich fündig geworden.

Das erste Mal urkundlich genannt wurde der Name Stubai um das Jahr 1000. Damals tauchte es als „ad Stupei infra alpes“ auf. Graf Otto schenkte dem Hochstift Freising eine Hube (Hof) „ad Stupei infra alpes“. Um diese Zeit war es üblich Klöster von Adeligen mit Höfen oder Grundstücken zu beschenken. Zwischen 1204 und 1224 erhielten die Klöster Ebersberg bei München und Dießen am Ammersee Besitzungen im Stubai.

Um 1327 erscheint urkundlich das „Gericht im Stubai“ das Otto Cherlinger (ein Ritter von Fragenstein bei Zirl) innehatte.

Die nächste Nennung erfolgte im Jahre 1357, bei der es sich auch um die erste, bisher vorgefundene Erwähnung eines Schmiedes im Stubai handelt. Sie bezeichnete den Verkaufsakt von Altum der Helblinch von Lans den Ladestatthof in „Stubay“ an Chunts den Schmid.

Zwischen 1437 und 1443 gab es sogar einen Bischof mit Namen Georg I. von Stubai was ein Wappen belegt. 1531 zeichnete sich wieder ein Bezug zum Schmiedewesen ab. König Ferdinand I. ließ beim Messerschmied im Stubai 24 Messerklingen bestellen. Hier zeigt sich die Bedeutung des Schmiedehandwerks für die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Tales.

Ob die Stubaier besonders gute Sänger waren oder ob ihr Dialekt schon damals so auffällig war, lässt sich aus einem Schriftstück von 1558 nicht genau herauslesen. Darin rühmt der „Tiroler Landreim“ die „Stubayr guet Klingen“. Gerade dem Stubaier Dialekt, widmet sich der Blog ja auch. Meine Bloggerkollegin Marlene gibt hier Einblicke.

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